4. Die Lehre der Arianer von Vater und Sohn.
Aber jetzt verkünden diese neuen Verkünder Christi dadurch, daß sie alles leugnen, was Christus zukommt, einen anderen Herrn Christus, wie sie auch einen anderen Gott-Vater verkünden. Denn weder habe dieser gezeugt, sondern erschaffen, noch sei jener geboren, sondern erschaffen worden. Deswegen sei Christus Gott außerhalb der wahren Wirklichkeit (Gottes), da ihm das Gott-sein nicht auf Grund einer Geburt zu eigen S. 233 sei. Und der Glaube wisse nichts davon, daß Gott Vater sei, da ihm das Vater-sein nicht auf Grund der Zeugung zukomme.
Mit Recht zwar loben sie, wie es angemessen ist, Gott den Vater, daß er nämlich ein unerreichbares Wesen besitze, unerschaubar, unverletzbar, unsagbar, unendlich, vorsehend, mächtig, gütig, bewegend, übergreifend, bleibend innen und außen, alles in allen erlebend. Wenn sie aber zur Übersteigerung des Lobes hinzufügen, er allein sei gut, er allein mächtig, er allein unsterblich: wer sieht da nicht, daß dieses Lobesbekenntnis dahin strebe, daß der Herr Jesus Christus außerhalb dieser Seligkeit sei, die allein Gott mit besonderer Ausschließlichkeit zur Ehrerweisung dargebracht wird, und selbst sterblich und schwach und niedriggestellt sei, da dies allein dem Vater zukomme? Deswegen wird seine wesensgemäße Geburt aus dem Vater abgestritten, damit nicht vermöge der Geburt die gleiche Seligkeit in ihm sei, die Gott dem Vater wesensgemäß ist; denn der Sohn besitzt wesensgemäß die Kraft desjenigen Wesens, das ihn zeugte.
