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Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern (BKV)
6. Von denen, die der Welt entsagen, aber ohne Liebe nach der Vollkommenheit streben.
S. a294 Daher nemlich kommt es, daß wir sehen, wie Einige, welche die größten Reichthümer, viele Talente Goldes und Silbers und herrliche Landgüter verachtet haben, hernach wegen eines Messerchens, eines Griffels, wegen einer Nadel oder Feder aufgeregt werden. Wenn Diese ihre Geistesaugen fest auf die Reinheit des Herzens gerichtet hätten, so würden sie nicht wegen kleiner Dinge zulassen, in was sie wegen großer und kostbarer Schätze so wenig hineinkommen wollten, daß sie dieselben lieber ganz von sich warfen. So hüten auch Manche mit solchem Eifer ein Buch, daß sie es von einem Andern nicht einmal flüchtig lesen oder nur berühren lassen, und kommen so eben dort in die Gefahr der Ungeduld und des geistigen Todes, wo sie ermahnt werden, den Lohn der Geduld und Liebe zu erwerben. Nachdem sie also alle Reichthümer wegen der Liebe zu Christus vertheilt haben, halten sie die frühere Neigung des Herzens in den kleinsten Dingen zurück, und indem sie für diese oft leicht beweglich in Zorn gerathen, als hätten sie die apostolische Liebe nicht, haben sie von Allem keine Frucht und keinen Erfolg. Das im Geiste voraussehend sagte der hl. Apostel: 1 „Und wenn ich mein ganzes Vermögen zur Speisung der Armen ausgetheilt und meinen Leib zum Verbrennen hingegeben hätte, besäße aber die Liebe nicht, so nützte es mir Nichts.“ Damit ist klar bewiesen, daß die Vollkommenheit nicht gleich in der Blöße oder in der Hingabe alles Vermögens oder in dem Wegwerfen aller Würden erreicht werde, wenn man nicht jene Liebe, deren Theile der Apostel beschreibt, in Wahrheit besitzt, und diese besteht nur in der Reinheit des Herzens. Denn was ist es anders, nicht eifern, nicht aufgebläht werden, nicht erbittert werden, nicht leichtsinnig handeln, nicht suchen, was S. a295 sein ist, sich nicht freuen über Ungerechtigkeit, nicht Böses denken u. s. w. — was ist Dieß anders, als Gott immer ein vollkommenes und ganz reines Herz darbringen und es unberührt bewahren vor allen Störungen?
I. Kor. 13. ↩
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Conférences de Cassien sur la perfection religieuse
6.
Aussi voyons-nous souvent des personnes qui ont méprisé une belle position, de grandes richesses, de magnifiques héritages, se troubler cependant pour des riens, pour un couteau, une plume, une écritoire. Si elles pensaient toujours à la pureté du coeur, s'arrêteraient-elles à des bagatelles semblables, après avoir su sacrifier des choses bien autrement précieuses. Il y en a qui s'attachent tant à un livre, qu'ils ne veulent pas souffrir qu'un autre le lise ou le touche, s'exposant à perdre ainsi le calme et la vie de leur âme, avec ce qui était un moyen d'acquérir la patience et la charité. Ils ont donné tous leurs biens pour l'amour de Jésus-Christ, et ils reprennent leur coeur pour des futilités. S'ils se mettent alors en colère , c'est qu'ils n'ont pas cette charité de l'Apôtre, sans laquelle tout devient inutile et stérile. Saint Paul leur a dit, cependant : « Quand je distribuerais tous mes biens aux pauvres, et que je livrerais mon corps aux flammes, si je n'ai pas la charité, cela ne me servirait de rien. » (I Cor., XIII, 3.) Ce qui prouve clairement qu'on n'atteint pas la perfection en se dépouillant de tout et en méprisant les honneurs, mais en possédant cette charité dont l'Apôtre décrit les effets, et qui consiste dans la seule pureté du coeur. Car ne pas être envieux, superbe, violent, téméraire, ne pas rechercher ses intérêts, ne pas se réjouir de l'injustice et ne pas juger mal les autres, n'est-ce pas offrir sans cesse à Dieu un coeur très-pur, et le préserver de tout ce qui peut le troubler ?