9.
Und Sergios schaute ein Traumgesicht: Drei Jünglinge traten zu ihm und sagten: Steh auf und rede mit dem Abbas Daniel: Die bestimmte Zeit der Askese im Tempel ist nun vollendet. Nun mach dich heran und kämpfe wacker! Er wachte auf und erzählte, was er geschaut hatte. Aber der selige Daniel sprach zu ihm: Der Herr hat mir noch deutlicher offenbart, mein Bruder, was ich tun soll. Der Traum, den du geschaut hast, stimmt zu dem Gesichte, das mir zu teil ward. Willst du dir nun um des Herrn willen die Mühe machen und auf den Hügel steigen und nach einsameren und höher gelegenen Orten dieser Gegend forschen und Umschau halten, wo wir eine Säule aufrichten können? Denn die Kutte des Vaters hat Gott nicht umsonst durch dich meiner Niedrigkeit geschickt. Während Daniel noch so mit Sergios sprach, da kam ein Hofmarschall namens Markus, der von Anfang an ein Freund des heiligen Mannes gewesen war, und als er von seinem Plane hörte, erklärte er sich bereit, selbst die Säule zu liefern. Der heilige Daniel antwortete ihm: Siehe, Gott hat dich nach deinem Glauben gesandt, mein Sohn Markus, damit du unser Führer in diesem guten Werke würdest: Nun bete, damit er uns auch die Ausdauer in seiner Güte gewähre. Der Hofmann küßte darauf den Heiligen und fuhr davon S. 11. Sergios aber stieg hinauf, um nach einem Platz für die Säule auszuschauen. Da sah er in einiger Entfernung eine weiße Taube kurz auffliegen und sich wieder setzten. Er glaubte, sie habe sich in Schlingen gefangen und lief zu ihr hin, aber sie flog auf und entschwand seinen Augen. Nun sah er sich den Platz an, der sehr abgelegen war und bedachte auch die Erscheinung der Taube, daß sie doch nicht zufällig sei, und dankte Gott und ging zurück zu dem Seligen im Tempel mit der frohen Botschaft, daß der Herr ihnen einen geeigneten Platz bereitet habe, und auch er pries Gottes Vorsehung dankbar.
