16.
Ein Presbyter, aus dem Pontos gebürtig, kam zum Kloster des Heiligen und hatte einen etwa zwanzigjährigen Sohn bei sich, der von einem bösen tauben und stummen Geiste geplagt wurde, und er mußte von den Dienern festgehalten werden. Er aber riß sich los und rannte auf die Leiter zu, die gerade, weil es Sonntag war, an die Säule gelehnt stand. Aber er war noch nicht bis zur halben Höhe gekommen, da war er befreit und kehrte gesund um und stand unten vor der Säule und pries samt seinem Vater Gott. So tat Gott noch andere Wunder durch ihn.
Als aber der selige Kaiser Leo frommen Angedenkens das alles von vielen Seiten hörte, da wünschte er gar sehr, den Heiligen zu sehen, und schickte den Boten des Heiligen, den Sergios zu der Säule des frommen Mannes und ließ ihm bedeuten, er möge zu Gott bitten und flehen, daß ihm ein Sohn geschenkt werde. Auf sein Gebet hin empfing die Gemahlin des Kaisers, die Kaiserin Verania, durch Gottes Güte im folgenden Jahre und gebar einen Sohn. Sofort sandte der Kaiser hin und ließ den Grund legen für eine dritte Säule. Aber nun konnte der neidische Dämon seinen Neid nicht mehr bezwingen und ersann einen Anschlag, der seines übeln Sinnes würdig war.
