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Nach einiger Zeit 467 lief das Gerücht um, der Vandalenkönig Geiserich plane einen Zug gegen Alexandria, und der Kaiser, der Senat und die Stadt gerieten darüber in große Aufregung. Da schickte der Kaiser den Eunuchen Hylasius von der Garde, um dem Heiligen die Nachricht von Geiserich zu melden, und daß er ein Heer dorthin entsenden wolle. Der Heilige aber gab dem Boten zur Antwort: Geh und melde dem Kaiser: Deswegen sei gutes Muts. Denn Gott läßt dir durch mich Sünder sagen: Weder Geiserich noch einer seiner S. 27 Mannen wird Alexandria jemals erblicken. Wenn du ein Heer hinsenden willst, so steht die Entscheidung bei dir: und der Gott, dem ich diene, wird eurer Frömmigkeit und eurem Heer Stärke gegen die Feinde des Reiches verleihen. Da ging der Bote und meldete es dem Kaiser, und es wurde durch Gottes Gnade Wirklichkeit.
Da dankte der Kaiser Gott und dem frommen Mann und stieg zu ihm hinauf und bat ihn, er möge eine Behausung für die Brüder und die fremden Besucher bauen lassen. Aber der Selige wehrte sich und sprach: Der heilige Symeon hatte in seinem Leben keinerlei Behausung in seiner Mandra, aber ich bitte deine Frömmigkeit, mir deinerseits eine Bitte zu gewähren. Spricht der Kaiser: Ich bitte sogar darum, befiehl nur, was du willst. Da sagte er: Laß Boten nach Antiochia gehn und den Leichnam des heiligen Symeon holen. Darüber freute sich der Kaiser und sprach zu ihm: Nun, so laß ein Gebäude errichten, wo die Gebeine ruhen sollen und zugleich ein Haus für die Brüder. Denn ich sehe, wie sich mit Gottes Hilfe die Brüder und Schüler mehren, und wie große Scharen von trostbedürftigen Fremden heraufziehen, die nicht haben, wo sie Unterkommen können. Denn der heilige Symeon, auf den du dich berufst, lebte nicht in so kalter Gegend und die Leute kamen nicht um somannigfaltiger Nöte willen zu ihm, sondern nur um zu beten und sich segnen zu lassen. Dich aber behelligen sie mit gar vielerlei Anliegen, die sie bedrücken, weshalb ich ja die vielen Briefe von dir zu meiner Freude bekomme: denn sie erwirken mir himmlischen Lohn. Darum möchte ich gerne meinen Wunsch erfüllt sehn. Da antwortete der selige Daniel dem Kaiser: Da deine Frömmigkeit sich vorgenommen hat, es zur Ehre Gottes und zum Schutze der Brüder und Fremden zu tun, so laßt ausführen, was ihr für gut haltet. Da ließ der Kaiser den Plan für eine Kapelle des heiligen Symeon entwerfen, nördlich von der Säule, ohne Säulen, mit Pfeilern und Wölbungen, und ebenso das Klostergebäude für die Brüder und für die Fremden hinter der Säule. Und nach einem Gebet ging er heim.
