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Wie sie aber an das Haus des ruhmwürdigsten Patricius Dagalaiphos Konsul 461 kamen, sah dieser von oben heraus, und als er das unerträgliche Gedränge der Volksmenge gewahrte, das der Heilige aushalten mußte, lief er mit hinreichender Hilfe hinunter und holte ihn aus der Menge heraus und ließ ihn in sein nahe am Ochsenplatz; gelegenes Haus führen, damit er sich ausruhe. Er selbst aber blieb S. 41 an der Türe stehen und rechtfertigte sich vor dem Volke, er habe das nur getan, um sein Haus segnen zu lassen. Er setzte ihn in eine Sänfte und stellte zur Sicherheit Leute um sie herum, die das Volk hindern sollten, den Heiligen zu belästigen, und so gelangte er ohne Beschwerde und heil bis zur Kirche. Und hier wurde er beim Einzuge sehr herzlich und mit freudigem Zuruf vom Erzbischof Akakios und den frommen Äbten, den ehrwürdigen Mönchen und dem gläubigen Volk empfangen, und alle priesen den barmherzigen Gott wegen der gottgewirkten Wunder, die sie vernommen und geschaut hatten. Sie führten ihn in die Sakristei, damit er sich vom Gedränge des Volkes ein wenig erhole. Da kam plötzlich irgendwoher eine Schlange und wand sich um seine Füße, und als seine Begleiter das Tier erblickten, sprangen sie zu, um es zu töten. Aber der Heilige wehrte ihnen und sprach: Laßt sie, denn es geht mit ihr zu Ende! Und er wickelte sie von seinen Füßen ab und sagte zu ihr: Geh an deinen Ort! Da kroch sie vor aller Augen bis zur Wand und zerbarst.
Eine Patricia Heraïs erfuhr aber, daß er in der Sakristei weile; da kam sie herein, warf sich zur Erde und umschlang die Füße des Heiligen von dem Wunsch getrieben, einen Sohn zu bekommen. Da sah sie, daß an seinem einen Fuß das meiste Fleisch vom Knöchel abgefallen und nur noch der Knochen des Schienbeins übrig war. Da erstaunte sie über die Ausdauer des Mannes und gab ihm einen Strick und bat ihn, diesen um seinen eiternden Fuß zu wickeln und ihr dann wieder zu geben. Und da er sich weigerte, das zu tun, baten ihn der Erzbischof Akakios und alle andern ehrwürdigen Männer, die zugegen waren, es ihr zu gewähren. Da nahm der Heilige den Strick, legte ihn um seinen eiternden Fuß und gab ihn ihr wieder mit den Worten: Nach deinem Glauben gewähre dir der Herr deine lebenheischende Bitte, und der Name des Kindes soll Zenon, der Lebendige, sein. Und nach kurzer Zeit empfing die vornehme Frau und gebar einen Sohn und nannte ihn Zenon nach dem Wort des Heiligen.
