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Works Origen († 253/54) De principiis Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft (BKV)
Erstes Buch.
Fünfter Abschnitt. (VI. Cap.) Vom Ende oder der Vollendung.

3.

Uebrigens ist nicht zu vergessen, daß es auch Geister gibt, die dem Ursprung gänzlich entfremdet und so sehr in Verderben und Bosheit versunken sind, daß sie jene Durchbildung, vermöge welcher das Menschengeschlecht durch den Beistand der höhern Geister wieder herangezogen wird, nicht verdienen: sondern im Gegentheil als Feinde und Widersacher der zu erziehenden auftreten. 1 Daher die Kämpfe, in welche das Le- S. 66 ben des Sterblichen verwickelt ist, mit denen, die völlig abgefallen sind, dem Teufel und seinen Engeln, und mit den übrigen Gestalten des Bösen, die der Apostel unter den feindlichen Kräften begreift. Es ist nun kein Zweifel, daß auch aus den Reihen dieser Wesen noch einige, da sie doch noch die Freiheit des Willens haben, irgend einmal in einer der künftigen Welten zum Guten umkehren können. Wenigstens steht diese Seite der Geisterwelt weder in dieser noch in jener (der unsichtbaren) Weltordnung der endlichen Wiederbringung entgegen. Inzwischen sind alle jene Geister nach Maasgabe ihres Werthes und Verdienstes theils in der sichtbaren, theils in der unsichtbaren Welt so gestellt und verwendet, daß sie, wenn sie sich zum Guten bekehren wollen, entweder in der ersten, oder zweiten, oder auch in der letzten der Welten den Erziehungszustand des Menschengeschlechtes durchlaufen, und so zu ihrem Uranfang zurückkehren. Zum Theil freilich erst, nachdem sie in jenem Zustande längere oder kürzere Strafen und Qualen getragen, und durch die Leitung der Engel, oder noch höherer Kräfte auf den Weg der Besserung gebracht worden. Und nachdem sie so die verschiedenen Erziehungsstufen unter der himmlischen Führung durchlaufen haben, mögen sie wieder zum unsichtbaren und Unvergänglichen Wesen der Gei- S. 67 ster 2 gelangen. Es folgt aber zugleich aus dieser Entwicklung, daß alle vernünftigen Wesen von einer Stufe auf die andere übergehen, und somit diese alle nacheinander durchlaufen können, je nachdem sie in Folge ihres freien Willensgebrauches größere Fortschritte im Guten oder Rückschritte machen; und daß daher auch alle den Gang der Menschheit durchgehen können, nicht auf einmal, sondern in öfteren Zwischenräumen, ebenso, daß wir und die Engel in einer künftigen Ordnung Dämonen werden, wenn wir nachgelassen haben, und wiederum Dämonen, wenn sie sich zur Tugend ermannt haben, zur Würde der Engel gelangen werden.


  1. Hieron. sagt hier: Diaboli fient, et angeli ejus et pessimi daemones; nun spricht Origenes nicht von einer Zukunft, sondern von einem schon bestehenden Zustande der bösen Geister. Hieron. scheint aber zuviel davon auf die Menschen zu beziehen, denn weiter unten legt er ihm gar in den Mund „ex quo consequenter monstravi, omnes rationabiles creaturas ex hominibus fieri.“ Dieß kann Origenes in Folge dessen, was er oben über die Classen der Geister sagt, und was auch Hier. anführt, in dieser Weise nicht gesagt haben. Er macht zwar am Ende den Schluß, daß alle Wesen durch alle niederere oder höhere Stufen durchgehen können, um geläutert zu werden, daß gottlose Menschen in der andern Welt Teufel werden u. s. w., aber daraus kann jenes doch nicht gefolgert werden. Vielleicht hatte Origenes geschrieben: δι’ανθρωπων γενησονται, oder besser: διελευσονται, was ganz für die von Origenes angenommenen Durchgangsperioden paßte. So habe ich es dann auch unten übersetzt. Daß Hieronymus hier zu weit geht, beweist eine andere Stelle, wo er dem Origenes sogar die pythagoreische Seelenwanderung aufbürdet, wogegen sich dieser bestimmt erklärt, c. Cels. III. 75. ↩

  2. So glaube ich die Rufin. und Hieron. Uebersetzung vereinigt zu haben, ad ea, quae invisibilia sunt atque aeterna, jener; und ad angelorum fastigium, ad angelicam dignitatem dieser. Im Uebrigen stimmen sie hier überein. Nur den Schluß hat R. allgemein, H. mit besonderer Anwendung auf Menschen und Engel. Wahrscheinlich liegt beiden Aechtes zu Grunde: Rufin mag die besondere Anwendung bedenklich gefunden haben, weßwegen er sie wegließ; H. dagegen trieb diese zusehr auf die Spitze. So ist wohl auch übertrieben, was H. ad Pamm. et Ocean. (Ed. Erasm. II, 194.) sagt: Origenem sensisse, post multa secula atque unam omnium restitutionem, idipsum fore Gabrielem quod Diabolum, Paulum quod Caipham, virgines quod prostibulas, welche „Irrlehre“ er besonders den Büchern περι Αρχων zuzuschreiben scheint, da er bald darauf hinzusetzt: denique vos, dum libros ejus π. α. haereticos confitemini, et in alios crimen transferre vultis. Hier. spricht hier etwas leidenschaftlich, um sich so gewisser von dem Vorwurf des Origenianismus zu reinigen. Wenigstens würde Origenes jene Beispiele nicht gebraucht haben, wenn auch die Consequenz seiner Ansicht sich soweit ausdehnen ließe. Allein er spricht ja überall nur von einer endlichen Wiederbringung des Guten (des Ursprünglichen), welche die Durchgangsperioden vorbereiten sollen. ↩

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