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Works Tertullian (160-220) De praescriptione haereticorum

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De Praescriptione Haereticorum

XXIII.

[1] Proponunt ergo ad suggillandam ignorantiam aliquam apostolorum quod Petrus et qui cum eo reprehensi sunt a Paulo. [2] 'Adeo', inquiunt, 'aliquid eis defuit', ut ex hoc etiam illud struant potuisse postea pleniorem scientiam superuenire, qualis obuenerit Paulo reprehendendi antecessores. [3] Possum et hic acta apostolorum repudiantibus dicere: 'Prius est ut ostendatis quis iste Paulus et quid ante apostolum et quomodo apostolus', quatenus et alias ad quaestiones plurimum eo utuntur. [4] Neque enim, si ipse se apostolum de persecutore profitetur, sufficit unicuique examinate credenti, quando nec Dominus ipse de se testimonium dixerit. [5] Sed credant sine scripturis ut credant aduersus scripturas. Tamen doceant ex eo quod allegant Petrum a Paulo reprehensum aliam euangelii formam a Paulo superductam citra eam quam praemiserat Petrus et ceteri. [6] Atquin demutatus in praedicatorem de persecutore deducitur ad fratres a fratribus ut unus ex fratribus, ad illos ab illis, qui ab apostolis fidem induerant. [7] Dehinc, sicut ipse enarrat, ascendit Hierosolymam cognoscendi Petri causa, ex officio et iure scilicet eiusdem fidei et praedicationis. [8] Nam et illi non essent mirati de persecutore factum praedicatorem si aliquid contrarium praedicaret nec Dominum praeterea magnificassent quia aduersarius eius Paulus obuenerat. [9] Itaque et dexteram ei dederunt, signum concordiae et conuenientiae, et inter se distributionem officii ordinauerunt, non separationem euangelii nec ut aliud alter sed ut aliis alter praedicarent, Petrus in circumcisionem, Paulus in nationes. [10] Ceterum si reprehensus est Petrus quod, cum conuixisset ethnicis, postea se a conuictu eorum separabat personarum respectu, utique conuersationis fuit uitium, non praedicationis. [11] Non enim ex hoc alius Deus quam creator et alius Christus quam ex Maria, et alia spes quam resurrectio annuntiabatur.

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Die Prozeßeinreden gegen die Häretiker (BKV)

23. Kap. Widerlegung der ersteren Annahme.

Sie machen also, um den Aposteln ein gewisses Nichtwissen aufmutzen zu können, den Umstand geltend, Petrus und seine Gefährten seien von Paulus getadelt worden1. Folglich mangelte ihnen etwas, sagen sie, um darauf auch den weiteren Schluß zu bauen, es habe ihnen nachher eine reichlichere Wissenschaft zuteil werden können, wie sie Paulus zuteil geworden sei, als er seine Vorgänger tadelte. Leuten, welche die Apostelgeschichte verwerfen, wäre ich diesem Einwurf gegenüber berechtigt zu entgegnen: Erst müßt ihr mir angeben, wer dieser Paulus ist, wie er Apostel geworden und was er vorher war2, - zumal da sie sich seiner auch bei andern Fragen sehr viel bedienen. Denn der Umstand, daß er sich selbst als einen bekennt3, der aus einem Verfolger ein Apostel geworden, genügt keinem, der prüft, was er glaubt, da ja auch der Herr selbst kein Zeugnis von sich ablegt4.

Mögen sie indes glauben ohne die Hl. Schrift, um zu glauben im Widerspruch zur Schrift, so haben sie doch aus dem von ihnen angerufenen Umstande, daß S. 330Petrus von Paulus getadelt worden sei, den Beweis zu führen, daß Paulus eine andere Form des Evangeliums neu hinzugefügt habe, die verschieden war von der, welche zuvor Petrus und die übrigen aufgestellt hatten! - Nun wird aber doch der in einen Glaubensboten umgewandelte Verfolger von den Brüdern zu den Brüdern geleitet, wie einer der Brüder, und zwar von solchen, welche von den Aposteln den Glauben angenommen hatten, zu eben solchen. Darauf steigt er, wie er selber erzählt, nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennen zu lernen, wozu ihm selbstverständlich die Gleichheit des Glaubens und der Predigt das Recht und die Pflicht gab. Denn wenn seine Predigt und Lehre eine abweichende gewesen wäre, so hätten jene keine Ursache gehabt, sich zu wundern, daß er aus einem Verfolger ein Glaubensbote geworden sei, und hätten auch den Herrn nicht deshalb verherrlichen können5, weil Paulus, ein Gegner, sich eingefunden habe. Deshalb also gaben sie ihm auch ihre Rechte als Zeichen der Eintracht und Übereinstimmung und veranstalteten unter sich eine Teilung der Arbeit, nicht eine Trennung des Evangeliums, so daß nicht etwa der eine so, der andere anders, sondern der eine diesen, der andere jenen predigte, Petrus für die Beschneidung, Paulus für die Heiden6. Schließlich, wenn Petrus getadelt wurde, daß er sich aus menschlichen Rücksichten, obwohl er früher mit den Heiden in Gemeinschaft gelebt hatte, nachmals von ihrer Gemeinschaft zurückzog, so war das jedenfalls nur ein Fehler im Verhalten, nicht in der Lehre. Denn es wurde darum von der Zeit an kein anderer Gott gepredigt als der Schöpfer, kein anderer Christus als der aus Maria geborene und keine andere Hoffnung als die Auferstehung.


  1. Gal. 2, 11. ↩

  2. was man ohne die Apostelgeschichte nicht imstande ist anzugeben. ↩

  3. Gal. 1, 13. ↩

  4. Joh. 5, 31. ↩

  5. vgl. Gal. 1, 18 ff. ↩

  6. Gal. 2, 9. ↩

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Die Prozeßeinreden gegen die Häretiker (BKV)
Les prescriptions contre les Hérétiques Compare
The Prescription Against Heretics Compare
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