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Bibliothek der Kirchenväter
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Œuvres Augustin d'Hippone (354-430) Vorträge über das Johannes-Evangelium (BKV)
120. Vortrag

2.

„Es kamen nun die Soldaten und brachen dem ersten die Beine, sowie dem andern, der mit ihm gekreuzigt wurde. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, daß er schon gestorben sei, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten öffnete dessen Seite mit einer Lanze, und sogleich floß Blut und Wasser heraus.“ Eines vorsichtigen Wortes bediente sich der Evangelist, indem er nicht sagte: Er durchbohrte seine Seite, oder verwundete, oder sonst etwas, sondern: „Er öffnete“, damit dort gewissermaßen die Türe des Lebens aufgetan würde, woher die Sakramente der Kirche flossen, ohne welche man zum Leben, welches das wahre Leben ist, nicht eingeht. Jenes Blut ist zur Vergebung der Sünden vergossen worden; jenes Wasser mischt den heilsamen Becher, es gewährt sowohl Bad wie Trank. S. 1136 Ein Vorbild hiervon war, daß dem Noe befohlen wurde, an der Seite der Arche eine Tür zu machen1, wo die nicht zum Untergang bestimmten Tiere eintreten sollten, durch welche die Kirche vorhergebildet wurde. Darum wurde das erste Weib aus der Seite des schlafenden Mannes gebildet2 und Leben und Mutter der Lebendigen genannt3. Dies deutete ein großes Gut an vor dem großen Übel der Sünde. Hier entschlief der zweite Adam mit geneigtem Haupte am Kreuze, damit ihm eine Gattin gebildet würde aus dem, was aus der Seite des Entschlafenden floß. O Tod, durch den die Toten wieder aufleben! Was ist reiner als dieses Blut, was heilsamer als diese Wunde?


  1. Gen. 6, 16. ↩

  2. Gen. 2, 22. ↩

  3. Gen. 3, 20. ↩

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Vorträge über das Johannes-Evangelium (BKV)

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