2.
Ob sie nun gut ist, davon werde ich das Urtheil der Kunstrichter einst erwarten, die geprüft, d. i. das Original mit der Uebersetzung verglichen haben. Denn das der izigen Journalisten brauche ich nicht zu erwarten. Es ist izt zu sehr Mode, nach dem bloßen Namen des Autors, oft auch nach dem Namen des Verlegers, zu urtheilen. Die Uebersetzungen des Einen werden ohne Prüfung gelobt, und die eines Andern gerade zu, wo nicht verworfen, doch fehlerhafter gefunden, als man sie wohl finden würde, wenn man sie näher prüfte, und sorgfältig vergliche, was kein ehrlicher Uebersetzer scheuen, vielmehr wünschen wird.
Daß Z. noch nie deutsch übersetzt wurde, war wohl auch ein Grund, weil man etwa fürchtete, das Lesen dieses Geschichtschreibers möchte der christlichen Religion schaden. Allein heut’ zu Tage ist man nicht mehr so ängstlich, und hat es auch nicht mehr so sehr Ursache, S. 6 seitdem sie sich in neueren Zeiten gegen die Guillotinen der sogenannten Philosophen eben so bewährte, als ehemals gegen die Scheiterhaufen und andere Grausamkeiten. Durch Einwürfe wird sie gestärkt, und durch Verfolgungen gereinigt.
Auch in dieser Rücksicht fügte ich den Zweiten der Schirachschen historischen Briefe 1 bei, da ohnehin dieses Bändchen schwächer werden möchte, als das erste.
Tübingen, den 21. Dec. 1802.
D. C. Seybold, ord. Prof. der klass. Litteratur.
Historische Briefe von G. B. Schirach. Helmst. u. Magdeb. 1770. 8. S. S. 148. ↩
