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Ich sage das nicht in der Absicht, um die guten Gedanken bei den Griechen zu bestreiten oder gesunde Lehren zu tadeln, sondern nur um darzulegen, dass auch dies und noch viel Erhabeneres und Göttlicheres von jenen göttlichen Männern, von den Propheten Gottes und den Aposteln Jesu, gesagt worden ist. Diese Wahrheiten werden von denjenigen untersucht, welche eine vollkommenere Kenntnis der christlichen Religion gewinnen wollen und wissen, dass „der Mund des Gerechten sich um Weisheit bemüht, und seine Zunge redet, was recht ist; und dass das Gesetz seines Gottes in seinem Herzen ist“1 . Aber auch bei denjenigen Christen die teils wegen ihrer großen Unbildung, teils wegen ihrer Einfalt, teils weil sie von niemand zu der vernünftigen Frömmigkeit aufgefordert wurden, solche tiefe Untersuchungen nicht angestellt haben, aber doch an den S. 705 allmächtigen Gott und seinen „eingeborenen Sohn, an Gott, das Wort“2 glauben, dürfte sich doch wohl [etwas] Heiligkeit und Reinheit und oft auch eine bessere Einfachheit und Schlichtheit des Charakters finden, während jene, „die sich als Weise ausgeben“3 , von diesen Tugenden so weit entfernt sind, dass sie mit Knaben widernatürliche Laster begehen, „Männern an Männern Schamloses verübend“4 .
