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Ich wünschte, ich könnte den Celsus, der seinen Juden die Taufe Jesu durch Johannes als Täufer so ziemlich annehmen läßt, darauf aufmerksam machen, dass ein Schriftsteller, der nicht lange nach Johannes und Jesus lebte, von dem Täufer Johannes und seiner Taufe zur Vergebung der Sünden1 berichtet. In dem achtzehnten Buche seiner „Jüdischen Altertümer“ bezeugt nämlich Josephus, dass Johannes ein Täufer gewesen sei und den Täuflingen Entsühnung verheißen habe.2 Und wenn auch dieser selbe Schriftsteller Jesus S. 63 nicht als Messias anerkennt und bei der Untersuchung der Ursache des Falls von Jerusalem und der Zerstörung des Tempels hätte sagen müssen, dass die Feindschaft gegen Jesus dieses Unheilt über das Volk gebracht habe, da sie den geweissagten Messias getötet hatten: so kommt er doch, wenn auch wider Willen, der Wahrheit ziemlich nahe, wenn er sagt, diese Dinge seien über die Juden gekommen zur Sühne für Jakobus, den Gerechten, der „ein Bruder des Christus genannten Jesus“ war, da sie diesen so gerechten Mann getötet hatten.3 Von diesem Jakobus erzählt Paulus, der wahre Jünger Jesu, er habe ihn gesehen als „einen Bruder des Herrn“4, der diesen Namen nicht sowohl wegen ihrer Blutsverwandtschaft oder ihrer gemeinsamen Erziehung, als wegen des Charakters und Geistes verdiente. Wenn nun der genannte Schriftsteller sagt, wegen des Jakobus sei die Zerstörung Jerusalems über die Juden verhängt worden, ist es dann nicht vernünftiger zu behaupten, dies sei wegen Jesus, der der Messias war, geschehen? Sind doch Zeugen seiner Göttlichkeit so viele Gemeinden derer, die sich von der Flut der Sünden bekehrt haben, um sich ganz dem Schöpfer zu weihen und ihr ganzes Tun und Lassen nach seinem Wohlgefallen einzurichten.
