2.
„Da wird nun weiterhin von euch verlangt, daß einer gläubig (πιστός) [pistos] befunden werde“1 vor seinem Gewissen; „denn einen gläubigen Mann zu finden, ist etwas Großes“2. Nicht sollst du mir dein Gewissen offenbaren; denn nicht von menschlichem Gerichte wirst du gerichtet werden. Aber du sollst deinen ungeheuchelten Glauben Gott offenbaren, der Nieren und Herzen prüft3 und die Gedanken der Menschen kennt4. Es ist etwas Großartiges um einen gläubigen Mann; er S. 85 ist reicher als alle Reichen. Denn „dem Gläubigen gehört die ganze Welt der Reichtümer“5, insofern er sie verachtet und mit Füßen tritt. Diejenigen, welche nach außen hin reich sind und viel besitzen, sind seelisch arm. Je mehr sie sich nämlich Schätze sammeln, von um so größerer Begierde nach dem, was ihnen noch fehlt, werden sie verzehrt. Der Gläubige dagegen — so widersprechend es klingt — ist reich in der Armut. Da er weiß, daß er nur Kleidung und Nahrung braucht, ist er damit zufrieden und tritt den Reichtum mit Füßen.