3.
Groß und ehrwürdig war Abraham doch (nun) unter Menschen. Als er vor Gott trat, da sprach er aufrichtig die Wahrheit mit den Worten: „Ich bin Erde und Staub“1. Nicht sagte er: „Ich bin Erde“, und schwieg dann. Denn nicht wollte er sich als das große Element bezeichnen. Vielmehr fügte er bei: „und Staub“, um die Hinfälligkeit und Gebrechlichkeit seiner Natur anzudeuten. Gibt es — will er sagen — etwas, was kleiner und unscheinbarer ist als Staub?
Vergleiche nämlich mit dem Staube ein Haus, mit dem Haus eine Stadt, mit der Stadt eine Provinz, mit der Provinz das römische Reich, mit dem römischen Reich die ganze Erde und all ihre Gebiete, die ganze Erde aber mit dem Himmel, der sie umfängt und der für die Erde dasselbe ist, was die ganze Peripherie für den Mittelpunkt ist! Bedenke dann, daß dieser erste und sichtbare Himmel kleiner ist als der zweite und der zweite kleiner als der dritte; drei nennt nämlich die Schrift2, nicht weil es nur drei gibt, sondern weil es S. 96 für uns so gut ist, nur drei zu kennen. Selbst wenn du im Geiste alle Himmel schauen würdest: auch die Himmel werden nicht Gott so, wie er ist, preisen können, auch dann nicht, wenn sie lauter dröhnen als der Donner. Wenn aber diese großen Himmelsräume Gott nicht nach Gebühr loben können, wann werden „Erde und Staub“, das Kleinste und Mindeste, was es gibt, würdige Lobpreisung zu Gott emporsenden oder würdig von Gott reden können, „der den Erdkreis hält und vor dem die Erdbewohner wie Heuschrecken sind“?3