4.
[Forts. v. S. 96 ] Sollte jemand es versuchen wollen, über Gott zu sprechen, beschreibe er vorerst die Grenzen der Erde! Du bewohnst die Erde, und doch kennst du nicht die Grenzen deiner Wohnung, der Erde. Wie wirst du dir nun ihren Schöpfer würdig vorstellen können? Du siehst die Sterne, ihren Schöpfer aber siehst du nicht. Zähle die Sterne, die du siehst, und dann erzähle von dem, den du nicht siehst, „der die Menge der Sterne zählt und alle mit Namen nennt“!1 In letzter Zeit hätten uns fast die Tropfen starker Regengüsse den Untergang gebracht. Zähle nur einmal die Tropfen, die auf unsere Stadt fielen! Aber ich will nicht sprechen von unserer Stadt, zähle vielmehr die Tropfen, die in einer einzigen Stunde auf dein Dach fielen, wenn es dir möglich ist! Doch da es dir unmöglich ist, so erkenne deine Schwachheit! Lerne also Gottes Macht kennen! „Denn von ihm sind die Regentropfen gezählt“2, die Regentropfen des ganzen Erdkreises, nicht nur diejenigen, welche jetzt gefallen sind, sondern auch diejenigen, welche zu jeder beliebigen Zeit fallen. Gottes Werk ist die Sonne. Ist sie auch groß, so ist sie doch im Vergleich mit dem ganzen Himmel sehr klein. Schaue zuerst hin zur Sonne, und dann forsche fleißig nach dem Herrn! „Forsche nicht nach dem, was dir zu hoch ist, und was über deine Kräfte geht, das suche nicht zu ergründen! Was dir befohlen ist, daran denke!“3