8.
Viele haben sich vielerlei Vorstellungen (von Gott) gemacht, aber alle haben sie das Richtige verfehlt. Die einen erklärten Gott als Feuer. Andere verstanden darunter einen geflügelten Menschen, da sie das schöne Wort mißverstanden: „Unter dem Schutze deiner Flügel wirst du mich beschützen“1. Sie haben vergessen, daß unser Herr Jesus Christus, der Eingeborene, sich des gleichen Ausdrucks bediente, da er von sich zu Jerusalem sprach: „Wie oft wollte ich deine Kinder versammeln wie ein Vogel seine Jungen unter seinen Flügeln, aber ihr habt nicht gewollt“2. Da sie es nicht verstanden haben, daß mit den Flügeln auf die schützende Macht Gottes hingewiesen sein sollte, haben sie, dem Sinnlichen verfallen, den Unerforschlichen menschlich aufgefaßt. Andere haben gewagt zu behaupten, Gott habe sieben Augen, da die Schrift sagt: „Sieben Augen des Herrn schauen auf die ganze Erde“3. Wenn er nur sieben Augen hat, dann sieht er nur teilweise und nicht vollkommen. Doch es ist Blasphemie, so von Gott zu sprechen. Denn daß Gott in allem vollkommen ist, müssen wir glauben auf Grund des S. 100 Erlöserwortes: „Euer himmlischer Vater ist vollkommen“4. Vollkommen ist sein Schauen, vollkommen sein Können, vollkommen seine Größe, vollkommen sein Vorherwissen, vollkommen seine Güte, vollkommen seine Gerechtigkeit, vollkommen seine Menschenliebe. Nicht ist er räumlich beschränkt, er hat den Raum erschaffen. Er ist in allen, aber von niemandem begrenzt. Sein Thron ist der Himmel; der darauf sitzt, ist über ihn erhaben. Sein Schemel ist die Erde; doch seine Macht reicht bis zur Unterwelt.