9.
[Forts. v. S. 100 ] Gott ist einer, überall gegenwärtig, alles sehend, alles erkennend, alles durch Christus erschaffend. „Denn alles wurde durch ihn gemacht, und nichts wurde ohne ihn gemacht“1. Er ist die größte, nie versiegende Quelle alles Guten, ein Strom von Wohltaten, ein ewiges, ständig leuchtendes Licht, eine unzerstörbare Kraft, welche sich zu unseren Schwachheiten herabläßt. Wir könnten es nicht einmal aushalten, seinen Namen zu hören. „Wirst du die Spur des Herrn finden“ — fragt Job — „oder bist du bis in die kleinsten Dinge, die der Allmächtige erschaffen hat, gedrungen?“2 Wenn seine geringsten Geschöpfe nicht erfaßt werden, wird dann der Weltschöpfer erfaßt werden? „Kein Auge hat es gesehen, und kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herzen ist es gekommen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“3. Wenn unser Verstand das nicht begreifen kann, was Gott bereitet hat, können wir dann mit unserem Geiste den begreifen, der es uns bereitet hat? „O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und wie unergründlich seine Wege.“4, sagt der Apostel. Werden seine Gerichte und Wege als unbegreiflich bezeichnet, wird er dann selbst begriffen werden?