14.
[Forts. v. S. 104 ] Der Urheber aller Häresie ist Simon der Magier, jener Simon, welcher nach der Apostelgeschichte die unkäufliche Gnade des Geistes um Geld kaufen zu können erwartete, jedoch die Worte zu hören bekam: „Du hast keinen Teil und kein Los daran usw.“1. Von ihm ist geschrieben: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; wären sie nämlich von uns gewesen, dann wären sie bei uns geblieben“2. Als Simon nach der Verstoßung durch die Apostel nach Rom gekommen war in Begleitung einer griechischen Buhlerin, da hat er als erster sich zu der gotteslästerlichen Behauptung verstiegen, er sei Gott-Vater, der sich auf dem Berge Sinai geoffenbart hatte, bei den Juden sei er später zum Scheine — nicht im Fleische — als Christus Jesus erschienen und hierauf als Hl. Geist, als der von Christus verheißene Tröster. Die Stadt Rom täuschte er so sehr, daß Claudius ihm eine Statue errichten ließ, welche in römischer Sprache die Aufschrift trug: „Simoni Deo Sancto“, d. h. übersetzt: „Simon, dem hl. Gott“3.
-
Apg. 8, 21. ↩
-
1 Joh. 2, 19. ↩
-
Vgl. Justinus, Apol. I. 26; Irenäus, Gegen die Häresien I. 23; Tertullian, Apol. 13; Eusebius, Kirchengeschichte II. 13. — Bezüglich der Statue, welche Simon, dem Magier, errichtet worden sein soll, liegt eine Verwechslung mit dem italischen Treu- und Schwurgott Semo Sancus vor; im Jahre 1574 wurde nämlich auf der Tiberinsel in Rom die Aufschrift gefunden: Semoni Sanco Deo Fidio Sacrum. ↩