15.
Als die Irrlehre sich weiter ausbreitete, kam S. 105 das edle Paar Petrus und Paulus, die Häupter der Kirche, um den Schaden gut zu machen. Gerade als sich der vermeintliche Gott Simon produzieren wollte, stellten sie ihn tot vor. Simon hatte nämlich verkündet, er erhebe sich zum Himmel. Als er nun (b0ereits) auf dämonischem Wagen in die Lüfte fuhr, da fielen die Diener Gottes auf die Knie nieder in jener Eintracht, von der Jesus gesagt hatte: „Wenn zwei von euch eines Sinnes sind, dann werden sie alles, um was sie bitten, erhalten“1. Sie schleuderten gegen den Magier die Waffe des einträchtigen Gebetes und warfen ihn auf die Erde herab2. Ein wunderbarer Vorfall! Und doch nicht wunderbar, da ja Petrus die Schlüssel der Himmel trug, nicht wunderbar, da ja Paulus in den dritten Himmel und ins Paradies entrückt worden war und „unaussprechliche Worte gehört hatte, die man keinem Menschen sagen darf“3. Petrus und Paulus haben den vermeintlichen Gott aus der Luft auf die Erde herabgeworfen, damit er in die Unterwelt geschleudert werde. Simon war der erste Drache der Bosheit. Kaum war aber ein Haupt abgeschlagen, da zeigte es sich, daß die Wurzel des Übels viele Köpfe trug.
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Matth. 18, 19. ↩
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Diese Erzählung ist wohl den nur stückweise erhaltenen Akten des Petrus und Paulus entnommen. In den Petrusakten (Actus Vercellenses) bewirkt Petrus allein durch sein Gebet den Absturz des Zauberers. Die Legende bringen auch die Apost. Konstitutionen, Sulpicius Severus, Ambrosias, Augustinus. Ganz anders als hier wird von Hippolyt in den Philosophumena VI. 20 über den Tod des Simon Magus berichtet. ↩
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2 Kor. 12, 2. 4. ↩