2.
Dadurch steht unsere Lehre wohl höher als die der Juden, welche zwar, wenn sie auch durch Götzendienerei wiederholt den einen Gott verleugneten, an ihm in ihrer Lehre festhalten, nicht jedoch die Lehre annehmen, er sei auch der Vater unseres Herrn Jesus Christus. Sie stehen damit im Widerspruch mit ihren S. 121 eigenen Propheten, welche in der göttlichen Schrift erklären: „Der Herr sprach zu mir: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich erzeugt“1. Und bis auf den heutigen Tag „toben sie und vereinigen sich wider den Herrn und wider seinen Christus“2, da sie meinen, sie könnten, ohne den Sohn zu verehren, die Liebe des Vaters gewinnen, und da sie nicht wissen, daß „niemand zum Vater kommt außer durch den Sohn“3, der spricht: „Ich bin die Türe“4, „ich bin der Weg“5. Wie sollte nun einer, wenn er den Weg zum Vater meidet und von der Türe nichts wissen will, des Zutrittes zu Gott gewürdigt werden? Sie stehen auch im Widerspruch mit dem, was im 88. Psalm geschrieben steht: „Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, mein Gott und Hort meines Heiles. Ich werde ihn machen zum Erstgeborenen, zum Höchsten unter den Königen der Erde“6. Wollen sie durchaus glauben machen, diese Worte seien auf David, Salomo oder einen ihrer Nachfolger gesprochen, dann mögen sie zeigen, inwiefern der Thron dessen, auf den nach ihnen die Prophezeiung gesagt ist, „wie die Tage des Himmels sei und wie die Sonne vor dem Angesichte Gottes und wie der Mond, der bereitet ist für ewig“7. Warum achten sie auch nicht auf das Wort der Schrift: „Aus dem Schoße vor Luzifer habe ich dich erzeugt“8, und auf das Wort: „Er wird bleiben, so lange Sonne und Mond währen, von Geschlecht zu Geschlecht“9? Diese Worte auf einen Menschen beziehen, ist die Fülle und das Übermaß allen Unverstandes.