5.
In uneigentlichem Sinn ist Gott der Vater vieler, von Natur und in Wahrheit aber Vater nur eines einzigen, seines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Nicht erst in der Zeit ist er Vater geworden, sondern immer ist er Vater des Eingeborenen. Nicht war er vor ihm ohne Sohn und ist erst später infolge Willensänderung Vater geworden. Vielmehr hat Gott vor jeder Substanz, vor jedem Empfinden, vor der Zeit und vor aller Ewigkeit die Würde, Vater zu sein, worauf er stolzer ist als auf die übrigen Würden. Nicht aus Leidenschaft ist er Vater geworden, nicht in Umarmung, nicht in Unwissenheit1, nicht durch Emanation; nicht erlitt er eine Verminderung, nicht eine Veränderung. „Jedes vollkommene Geschenk nämlich kommt von oben, herabsteigend vom Vater der Lichter, bei welchem es keine Veränderung und nicht des Wechsels S. 123 Umschattung gibt“2. Der vollkommene Vater hat den vollkommenen Sohn erzeugt und alles dem Erzeugten übergeben; dieser sagt: „Alles ist mir von meinem Vater übergeben“3. Der Vater wird von dem Eingeborenen geehrt; denn der Sohn erklärt: „Ich ehre den Vater“4, und wiederum: „wie ich die Gebote meines Vaters beobachtet habe und in seiner Liebe bleibe“5. Daher sagen auch wir wie der Apostel: „Gepriesen sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und der Gott alles Trostes“6, und: „wir beugen unsere Knie vor dem Vater, von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden ihren Namen hat“7. Wir verherrlichen den Vater mit dem Eingeborenen; denn „wer den Vater verleugnet, verleugnet auch den Sohn“8, und wiederum: „wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater“9. Wir erkennen es, daß „Jesus Christus der Herr ist zur Ehre Gottes des Vaters“10.