4.
Die göttliche Schrift und die Lehre der Wahrheit kennen nur einen Gott, und der beherrscht mit Macht alles und läßt, weil er es so will, vieles zu. Er herrscht auch über die Götzendiener: aus Langmut läßt er sie zu. Auch über die Häretiker, welche ihn verleugnen, herrscht er: aus Langmut duldet er sie. Er herrscht auch über den Teufel: aus Langmut duldet er ihn. Nicht aus Schwäche, wie ein Besiegter, duldet er ihn. Der Teufel ist das erste unter den Geschöpfen des Herrn1, erschaffen, um verspottet zu werden — nicht vom Herrn selbst, denn dessen wäre der Teufel nicht wert, sondern S. 132 von den von ihm erschaffenen Engeln. Der Herr ließ ihm das Leben aus dem zweifachen Grunde, daß er durch Besiegung noch mehr geschändet werde, und daß die Menschen gekrönt werden. O allweise Vorsehung Gottes, welche den bösen Willen zum Heile der Gläubigen verwertet! Wie Gott nämlich den Bruderhaß der Brüder Josephs für seine eigenen Pläne verwertet hatte, wie er den Brüdern des Joseph gewährt hatte, daß sie den Joseph aus Haß verkauften, weil er ihn auf diese Weise zum König werden lassen wollte, so hat er dem Teufel gestattet, zu kämpfen, damit die, welche ihn besiegen, gekrönt werden, und damit der Teufel, wenn er von den Geringeren besiegt wird, durch die Besiegung noch mehr beschämt werde, die Menschen dagegen durch Überwindung des einstigen Erzengels hohen Ruhm erhalten.
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Vgl. Job 40, 14. ↩