3.
Willst du wissen, daß es unmöglich ist, die Natur Gottes zu begreifen? Die drei Jünglinge im Feuerofen preisen Gott mit den Worten: „Gepriesen seist du, der du in die Abgründe schaust und auf den Cherubim thronst!“1 Sage mir, welches ist die Natur der Cherubim, alsdann stelle dir den vor, der darauf thront! Der Prophet Ezechiel hat, soweit es möglich war, die Cherubim beschrieben mit den Worten: „Ein jeder hat vier Gesichter: das eines Menschen, eines Löwen, eines Adlers, eines Rindes; ein jeder hat sechs Flügel; Augen haben sie auf allen Seiten; unter einem jeden ist ein vierteiliges Rad“2. Trotzdem nun der Prophet diese S. 137 Beschreibung gibt, können wir doch, wenn wir sie lesen, die Cherubim noch nicht fassen. Wenn wir aber den Thron trotz seiner Beschreibung nicht erfassen können, wie sollten wir dann den unsichtbaren, unbeschreiblichen Gott, der darauf thront, erfassen können? Unmöglich ist es, die Natur Gottes ganz zu erforschen; möglich dagegen ist es, Gott auf Grund seiner sichtbaren Geschöpfe Lobpreisungen emporzusenden.