7.
Dafür, daß Christus der Herr es war, welcher dem Moses erschienen ist, soll dir Paulus Zeuge sein, welcher sagte: „Sie tranken aus einem geistigen Felsen, welcher ihnen folgte, und dieser Felsen war Christus“1, und wiederum: „Im Glauben verließ Moses Ägypten2 . . . . . und er erachtete die Erniedrigung Christi für einen größeren Reichtum als die Schätze in Ägypten“3. Dieser Moses spricht zu ihm: „Zeige mir dich selbst!“4 Wie du also siehst, schauten die Propheten damals Christus; allerdings schaute ihn jeder nach seiner Fassungskraft. „Zeige mir dich selbst, damit ich dich sehe und kenne!“ Jener aber erwidert: „Niemand, S. 150 der mich sieht, wird leben“5. Da nun niemand das Antlitz der Gottheit sehen konnte, ohne das Leben zu verlieren, nahm er menschliche Gestalt an; diese sollen wir sehen, um zu leben. Doch als er diese menschliche Gestalt mit nur einiger Herrlichkeit umgab, als nämlich sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, da fielen die Jünger vor Schrecken auf die Erde6. Wenn nun das körperliche Angesicht nicht in vollem Glanze leuchtete, sondern nur soweit die Jünger den Glanz fassen konnten, und wenn diese schon dadurch in Schrecken gerieten und schon diesen Glanz nicht ertragen konnten, wie hätte jemand in die Herrlichkeit der Gottheit schauen können? „Großes verlangst du, o Moses“, — spricht der Herr —; „doch ich nehme dein unerfülltes Verlangen an und will deinen Wunsch erfüllen, aber entsprechend deiner Fassungskraft. Siehe, ich berge dich in die Felsenhöhlung. Denn da du klein bist, sollst du in kleinem Raume bleiben“7.