1.
S. 178 Über das Wort: „der Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist.“
Lesung aus Isaias: „Und der Herr fuhr fort zu Achaz zu sprechen: Fordere dir ein Zeichen! . . . . Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird seinen Namen Emanuel nennen usw.“ 1.
Als Zöglinge der Keuschheit und Schüler der Reinheit wollen wir den aus der Jungfrau geborenen Gott mit keuschen Lippen preisen. Da wir gewürdigt werden, das Fleisch des geistigen Lammes zu empfangen, so wollen wir sowohl das Haupt wie die Füße genießen; unter dem Haupte verstehen wir nämlich die Gottheit, unter den Füßen die Menschheit. Als Hörer der heiligen Evangelien lasset uns dem Theologen Johannes Glauben schenken! Er erklärte nämlich: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“2 und fügte bei: „und das Wort ist Fleisch geworden“3. Nicht ist es recht, einen bloßen Menschen anzubeten, aber es frommt auch nicht, Gott zu nennen, ohne seiner Menschheit zu gedenken. Wenn Christus, der doch tatsächlich Gott ist, nicht die menschliche Natur angenommen hätte, wären wir rettungslos verloren. Als Gott verdient er Anbetung, aber auch an seine Menschwerdung muß man glauben. Es hat keinen Wert, von seiner Menschheit zu sprechen, wenn man von seiner Gottheit schweigt, noch bringt es Nutzen, wenn man nicht mit der Gottheit zugleich auch der Menschheit gedenkt. Bekennen wir: Der König und Arzt ist erschienen! Da der König Jesus heilen wollte, umgürtete er sich mit der Schürze der Menschheit und S. 179 heilte, was krank war. Der treffliche Lehrer der Kinder wurde ein Kind mit den Kindern, um den Unwissenden Weisheit zu geben. Das himmlische Brot stieg auf die Erde, um die Hungernden zu nähren.