21.
Wir forschen weiter, von wem er kommt und wie er kommt. Da gibt uns Isaias Auskunft: „Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und man wird seinen Namen Emanuel nennen“1. Gegen diese Worte erheben die Juden Einspruch. Schon seit alten Zeiten haben sie die sündhafte Gewohnheit, sich der Wahrheit zu widersetzen. Sie erklären, es sei nicht geschrieben „die Jungfrau“ (παρθένος) [parthenos], sondern „das junge Weib“ (νεᾶνις2). Aber selbst wenn ich ihrer Erklärung beipflichte, finde ich die erwähnte Wahrheit ausgesprochen. Man muß jene fragen: Wann schreit eine Jungfrau, die vergewaltigt wird? Ruft sie nach oder vor der Schändung um Hilfe? Wenn nun die Schrift irgendwo sagt: „Es rief das junge Weib (νεᾶνις) [neanis], und niemand war da, der ihr geholfen hätte“3, spricht sie da S. 193 nicht von einer Jungfrau? Damit dir aber die Lehre noch klarer werde, daß auch die Jungfrau in der göttlichen Schrift als junges Weib bezeichnet wird, höre, was im Buche der Könige über Abisak, die Sunamitin, gesagt ist: „Das junge Weib war überaus schön“4. Denn bekanntlich wurde sie als Jungfrau auserwählt und David zugeführt.