22.
[Forts. v. S. 193 ] Doch die Juden wenden wiederum ein: „Jene Worte an Achaz beziehen sich auf Ezechias“1. Lesen wir die Schrift: „Fordere dir ein Zeichen (σημεῖον) [sēmeion] vom Herrn, deinem Gott, in der Tiefe oder in der Höhe!“2 Vor allem muß das Zeichen etwas Wunderbares sein. Ein Zeichen war, daß aus dem Felsen Wasser kam, daß sich das Meer teilte, daß die Sonne rückwärts ging und dgl. Was ich noch sagen werde, enthält noch deutlicheren Beweis gegen die Juden.
Zwar weiß ich, daß meine Zuhörer ermüden, wenn ich ausführlich zu ihnen spreche. Doch habt Geduld, wenn die Rede lang ist! Denn es handelt sich hier um Christus und nicht um Bagatellen.
Isaias sprach jene Worte unter der Regierung des Achaz. Dieser regierte nur sechzehn Jahre, und während dieser Zeit wurde jene Prophezeiung an ihn gerichtet. Durch König Ezechias, des Achaz Sohn und Nachfolger, wird nun der Einwand der Juden widerlegt, da er beim Antritt der Regierung bereits fünfundzwanzig Jahre zählte. Da Achaz während der sechzehn Jahre seiner Regierung die Prophezeiung erhielt, so war nämlich Ezechias von ihm (mindestens) neun Jahre vor der Prophezeiung erzeugt. Soll nun die Prophezeiung von dem gelten, der bereits erzeugt ist? Nicht sagte ja der Prophet „sie empfing“, sondern „die Jungfrau wird empfangen“. Er sprach also von der Zukunft.