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Œuvres Cyrille de Jérusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über das Wort: „der Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist."

28.

Denen aus der Beschneidung begegne ich mit der Frage: Was ist schwieriger, daß eine alte, unfruchtbare, nicht mehr den gewöhnlichen Gesetzen unterworfene Frau gebäre oder daß eine Jungfrau in blühendem Alter gebäre? Unfruchtbar war Sara, und doch, wider die Natur, nachdem die weiblichen Organe unwirksam geworden waren, hat sie geboren. Wenn es nun sowohl wider die Natur ist, daß eine Unfruchtbare gebiert, als auch, daß eine Jungfrau gebiert, dann mußt du entweder das eine wie das andere verwerfen oder das eine wie das andere annehmen. Denn es ist der eine und derselbe Gott, welcher jenes getan und dieses bewirkt hat. Nicht wirst du es wagen, zu behaupten: Jenes ist Gott möglich, dieses nicht. Welche Naturkraft bewirkt, daß eine menschliche Hand in einer Stunde ihr Aussehen verändert und wieder zurückerhält? Wie kam es, daß die Hand des Moses weiß wurde wie Schnee und dann gleich wieder hergestellt war?1 Du entgegnest: Der Wille Gottes hat die Veränderung bewirkt. In dem einen Fall hat Gottes Wille die Macht, und hier hat er nicht die Macht? Dort handelte es sich um ein Wunder, das nur für die Ägypter bestimmt war; hier aber liegt ein Wunder vor, das der Menschheit geschenkt wurde. Ihr Juden, was ist schwerer, daß eine Jungfrau gebäre oder daß ein Stab in ein lebendes Wesen verwandelt werde? Ihr gebt es zu, daß zur Zeit des Moses ein kerzengerader Stab in die Gestalt einer Schlange verwandelt worden war2 und dem furchtbar wurde, der ihn (auf den Boden) geworfen hatte, und daß der, welcher den Stab zuvor in der Hand gehabt hatte, vor ihm, dem Drachen, floh; in der Tat war es ein Drache. Nicht jedoch floh er aus Furcht vor dem, was er in der Hand gehabt hatte, sondern aus Angst vor dem, der die Verwandlung S. 198 vorgenommen hatte; denn der Stab bekam Zähne und Drachenaugen. Wenn nun aus einem Stabe sehende Augen wachsen, sollte dann nicht aus jungfräulichem Leibe, wenn es Gott so will, ein Sohn geboren werden? Davon will ich schweigen, daß der Stab Aarons das, was die anderen Bäume in mehreren Jahren hervorbringen, in einer einzigen Nacht hervorgebracht hat. Wer sollte es nämlich nicht wissen, daß ein Stab, dem man die Rinde abgeschält hat, nie mehr wächst, auch dann nicht, wenn er in Wasser gelegt wird? Da sich aber Gott nicht der Natur der Bäume unterordnet, sondern der Schöpfer der Natur ist, darum blühte der unfruchtbare, dürre und abgeschälte Stab, trieb und trug Mandeln3. Soll nun der, welcher mit Rücksicht auf den vorbildlichen Hohenpriester dem Stab in übernatürlicher Weise Fruchtbarkeit verlieh, nicht der Jungfrau mit Rücksicht auf den wahren Hohenpriester die Möglichkeit zu gebären gegeben haben?


  1. Exod. 4, 6. 7. ↩

  2. Ebd. 7, 10. ↩

  3. Num. 17, 8. ↩

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