8.
Da die Juden gern widersprechen, wohlan, so wollen wir, sofern es die Kürze der Zeit erlaubt, gestützt auf euer Gebet, mit der Gnade des Herrn noch einige Zeugnisse für sein Leiden anführen! Die ganze Geschichte Christi ist aufgeschrieben. Nichts ist zweifelhaft, denn nichts ist unbezeugt. Auf den Säulen der Propheten ist alles aufgezeichnet; nicht auf steinernen Tafeln, sondern vom Hl. Geist ist es deutlich aufgeschrieben. Wenn du nun gehört hast, was das Evangelium über Judas berichtet, mußt du da nicht auch den Beweis hierfür erhalten? Du hast gehört, daß Jesu Seite mit einer Lanze durchbohrt wurde. Mußt du nicht schauen, ob auch von dieser Tatsache geschrieben steht? Du hast gehört, daß er in einem Garten gekreuzigt wurde1. Mußt du nicht sehen, ob auch dies geschrieben ist? Gehört hast du, daß er um dreißig Silberlinge verkauft wurde. Mußt du nicht lernen, welcher Prophet dies gesagt hat? Gehört hast du, daß er mit Galle getränkt wurde. Lerne auch, wo dies geschrieben ist! Du hast gehört, daß sein Leichnam in einem Felsen beigesetzt und davor ein Stein angebracht wurde. Mußt du nicht auch hierfür ein Zeugnis aus den Propheten erhalten? Gehört hast du, daß er mit Räubern gekreuzigt wurde. Mußt du nicht schauen, ob auch hierüber geschrieben ist? Du hast von seinem Begräbnis gehört. Mußt du nicht nach einer genauen Aufzeichnung über S. 210 sein Begräbnis dich umsehen? Du hast von seiner Auferstehung gehört. Mußt du nicht darauf schauen, ob wir dich nicht etwa mit dieser Lehre zum besten haben? Denn „unsere Rede und unsere Predigt besteht nicht in packenden Worten menschlicher Weisheit“2. Kein sophistischer Apparat wird jetzt in Bewegung gesetzt; er hat ja keinen Bestand. Worte werden nicht mit Worten besiegt, da sie vergehen. Wir verkünden vielmehr Christum, den Gekreuzigten, weil er von den Propheten bereits vorherverkündet worden ist. Nimm hin die Zeugnisse und präge sie fest in dein Herz ein! Da die Zahl der Zeugnisse groß ist, auch die Zeit schon drängt, so vernimm, soweit es noch Zeit ist, jetzt wenigstens noch einige wichtigere Zeugnisse! Sie mögen Anlaß werden, daß du dich bemühst, auch nach den übrigen Zeugnissen dich umzusehen. Deine Hand soll sich nicht nur ausstrecken, um zu empfangen, sie sei auch bereit zum Arbeiten! Gott verleiht alles. Denn „fehlt es einem von euch an Weisheit, so bitte er darum Gott, den Spender, und er wird sie erhalten“3. Möge Gott durch euer Gebet uns, den Predigern, das Wort, euch, den Zuhörern, den Glauben verleihen!