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Works Cyril of Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XIII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „gekreuzigt und begraben".

31.

Welche Macht hat dich, Räuber, erleuchtet? Wer hat dich gelehrt, den anzubeten, der geschmäht und mit dir gekreuzigt wurde? O ewiges Licht, das die erleuchtet, welche in der Finsternis sind! Mit Recht bekam der Räuber das Wort zu hören: „Sei getrost!“1 Nicht als ob deine Taten verdient hätten, daß du getröstet wirst, sondern weil der König bereit ist, Gnade zu erweisen. Lange brauchte es, bis der Räuber (um Verzeihung) bat; rasch aber war die Gnade. ‚„Wahrlich sage ich dir: heute wirst du bei mir im Paradiese sein‘ 2; denn heute hast du meine Stimme gehört und S. 227 hast du dein Herz nicht verhärtet3. Gar schnell habe ich über Adam das Urteil gefällt; gar schnell schenke ich dir Gnade. Zu Adam war gesagt worden: ,An dem Tage, an welchem ihr davon essen werdet, werdet ihr des Todes sterben‘4. Du bist heute dem Glauben gefolgt, und heute schon wird dir das Heil. Adam ist wegen des Holzes gefallen; du wirst vom Holze weg in das Paradies eingeführt. Fürchte nicht die Schlange, sie vertreibt dich nicht, sie ist aus dem Himmel gefallen5. Nicht sage ich zu dir: heute wirst du hinscheiden, sondern heute wirst du bei mir sein. Sei getrost, nicht wirst du vertrieben werden! Fürchte nicht das flammende Schwert!6 Es fürchtet den Herrn.“ O große, unaussprechliche Gnade! Noch nicht war der gläubige Abraham in das Paradies eingegangen, und der Räuber tritt ein. Noch nicht waren Moses und die Propheten eingegangen, und der sündhafte Räuber tritt ein. Vor dir hat sich schon Paulus darüber gewundert; denn er sagte: „Wo die Sünde voll war, war die Gnade übervoll“7. Die, welche „die Hitze ertragen hatten“8, waren noch nicht eingegangen, und der, welcher erst in der elften Stunde kam, ist eingetreten. Niemand darf gegen den Hausvater murren; denn er sagt: „Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Habe ich nicht die Macht, auf meinem Gebiete zu tun, was ich will?“9 Der Räuber ist entschlossen, Gutes zu tun; doch der Tod kommt ihm zuvor. Ich warte nicht auf die Tat, ich nehme schon den Glauben an. „Ich, der ich weide unter den Lilien, bin gekommen zu weiden in den Gärten“10. Das Schaf, das ich verloren habe, habe ich gefunden und nehme ich auf meine Schulter. Er glaubt ja; denn er sprach: „Ich ging in die Irre wie ein verlorenes Schaf11. Gedenke meiner, o Herr, wenn du in dein Reich, kommst!“


  1. Vgl. Luk. 23, 43; faßt in allen Handschriften fehlen diese Worte. ↩

  2. Ebd. [Luk. 23, 43]. ↩

  3. Vgl. Ps. 94, 8 [hebr. Ps. 95, 8]. ↩

  4. Gen. 2, 17. ↩

  5. Vgl. Luk. 10, 18. ↩

  6. Vgl. Gen. 3, 24. ↩

  7. Röm. 5, 20. ↩

  8. Matth. 20, 12. ↩

  9. Ebd. [Matth.] 20, 13. 15. ↩

  10. Vgl. Hoh. Lied 6, 1. 2. ↩

  11. Ps. 118, 176 [hebr. Ps. 119, 176]. ↩

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Translations of this Work
Katechesen an die Täuflinge (BKV)
Commentaries for this Work
Einleitung zu den Kathechesen

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