32.
Von diesem Garten hier1 habe ich in meinen Liedern an meine Braut vorausgesungen, da ich zu ihr S. 228 sprach: „Ich kam in meinen Garten, meine Schwester und Braut“2. „Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten“3. Was holst du dort? „Ich pflückte meine Myrrhe“4.
Nachdem Jesus den ihm dargereichten, mit Myrrhe gemischten Wein und den Essig getrunken hatte, sprach er: „Es ist vollbracht“5. Vollbracht war nämlich das Geheimnis, erfüllt die Schrift, erlassen die Sünden. Denn „Christus, der als Hoherpriester der zukünftigen Güter gekommen war, ist durch das größere und vollkommenere Zelt, welches nicht von Menschenhänden gemacht war, d. i. nicht durch ein geschöpfliches Zelt, auch nicht durch das Blut von Böcken und Kälbern, sondern durch das eigene Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat ewige Erlösung gefunden. Wenn nämlich das Blut von Stieren und Böcken und die Besprengung der Unreinen mit der Asche der (roten) Kuh fleischliche Reinheit verleiht, um wieviel mehr das Blut Christi?“6 Weiter heißt es: „Wir haben nun, Brüder, feste Hoffnung auf den Eintritt in das Heiligtum durch das Blut Jesu; einen neuen, lebendigen Weg hat er uns da bereitet durch den Vorhang, d. i. sein Fleisch“7. Weil sein Fleisch, der Vorhang, geschändet wurde, deshalb zerriß des Tempels Vorhang, der ein Vorbild davon war. Denn es steht geschrieben: „Siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Teile von oben bis unten“8. Und nicht das Geringste blieb von ihm übrig. Da der Herr gesagt hatte: „Siehe, euer Haus wird euch leer gelassen“9, wurde das Haus zusammengerissen.