31.
[Forts. v. S. 284 ] Fragen wir die Gegner: Was bedeutet das „so lange als“ oder „so lange bis“? Um zu versuchen, ihren Irrtum zu widerlegen, gehe ich von dem gleichen Worte wie sie aus. Da sie auf Grund der Worte „bis daß er seine Feinde unter seine Füße lege“ kühn von einer Endlichkeit Christi sprachen, kühn die ewige Herrschaft Christi begrenzten und von seiner unvergänglichen Macht lehrten, sie habe ein Ende, so wollen wir bei dem Apostel nachlesen, wo wir einen ähnlichen Ausdruck finden. „Doch“ — sagt er — „es herrschte der Tod von Adam bis Moses“1. Sind nun etwa die Menschen nur bis zu jener Zeit gestorben? Gab es nach Moses keine Toten mehr? Herrschte nach dem Gesetze der Tod nicht mehr über die Menschen? Du mußt doch einsehen, daß das Wörtchen „bis“ nicht eine zeitliche Beschränkung andeutet, daß Paulus vielmehr hat sagen wollen: Obwohl Moses ein gerechter, bewunderungswürdiger Mann war, so traf doch auch ihn und seine Nachkommen, die doch nicht wie Adam vom Baume gegessen und durch Ungehorsam sich versündigt hatten, das über Adam gefällte Todesurteil.
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Röm. 5, 14. ↩