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Werke Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XVI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „und an einen Hl. Geist, den Tröster, welcher durch die Propheten gesprochen hat."

22.

Der Hl. Geist ist etwas Großes, in seinen Gnadenerweisungen etwas Allmächtiges und Wunderbares. Bedenke, wieviel ihr seid, die ihr hier sitzet, wie viele Seelen beisammen sind! In jedem einzelnen wirkt er in entsprechender Weise. Er ist mitten unter uns und sieht das Verhalten eines jeden einzelnen, er sieht die Gedanken, die Gewissen, was wir reden und sinnen und glauben. Schon damit ist wahrlich viel gesagt, aber doch ist es noch eine Kleinigkeit. Lasse sein Licht hineinleuchten in deinen Verstand und erwäge, wie viele Christen es in unserer ganzen Diözese gibt, wie viele in der ganzen Kirchenprovinz Palästina! Dann schaue mit dem Auge des Geistes von der Kirchenprovinz weg auf das ganze römische Reich und von da weg auf die ganze S. 302 Welt, auf die Stämme der Perser, das Volk der Inder, auf die Gothen, die Sauromaten, die Gallier und Spanier und Mauren, die Libyer und Äthiopier und dazu noch die Völker, welche wir dem Namen nach nicht kennen; von vielen Völkern ist uns ja nicht einmal der Name bekannt geworden. Denke an die Bischöfe, Priester, Diakonen, Mönche, Jungfrauen und ferner die Laien eines jeden Volkes! Dann denke daran, wie der große Führer, der Spender der Gnaden, in der ganzen Welt dem einen Keuschheit verleiht, dem anderen immerwährende Jungfräulichkeit, einem anderen Barmherzigkeit, diesem freiwillige Armut, jenem die Gabe, feindliche Geister auszutreiben! Gleichwie das Licht mit einem einzigen Strahle alles erleuchtet, so erleuchtet der Hl. Geist diejenigen, welche Augen haben. Hat einer keine Augen und wird er der Gnade nicht gewürdigt, tadle er nicht den Geist, sondern seinen eigenen Unglauben!

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Übersetzungen dieses Werks
Katechesen an die Täuflinge (BKV)
Kommentare zu diesem Werk
Einleitung zu den Kathechesen

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