31.
[Forts. v. S. 308 ] Der Hl. Geist gab Weisheit der Seele Davids, so daß er, obwohl noch ein Jüngling, Richter der Alten wurde. Die keusche Susanna wurde wegen Unkeuschheit verurteilt. Niemand war da, der für sie eintrat. Wer hätte sie den Ratsherren entrissen? Sie wurde zum Tode geführt. Schon war sie in den Händen der Schergen. Doch der Helfer war da, der Tröster, der HI. Geist, der jede vernünftige Kreatur heiligt. Komme, o Jüngling — spricht er zu Daniel —, klage die Alten an, die von Jugendsünden angesteckt sind! Es ist nämlich geschrieben: „Gott erweckte den Hl. Geist in einem noch ganz jungen Manne“1. Und — um es kurz zu sagen — trotz allem wurde die Keusche durch den Ausspruch Daniels gerettet. Dies erwähnen wir, um ein Zeugnis anzuführen; zu einer exegetischen Auseinandersetzung ist keine Zeit.
Auch Nabuchodonosor hatte erkannt, daß in Daniel der Hl. Geist wohnt. Denn er sagt zu ihm: „Balthasar, Oberster der Zeichendeuter, ich weiß von dir, daß der Hl. Geist Gottes in dir wohnt!“2 Sein Wort war wahr und falsch. Wahr war, daß er den Hl. Geist empfangen hatte. Nicht jedoch war er der Oberste der Zeichendeuter; denn er war kein Zauberer, sondern weise durch den Geist. Schon früher hatte Daniel ihm den Traum ausgelegt, den er über die Bildsäule geschaut hatte, den er aber trotzdem nicht (mehr) wußte3. „Erzähle mir“ — spricht Nabuchodonosor — „den Traum, den ich gesehen habe, aber nicht mehr weiß!“ Erkennst du die Kraft des Hl. Geistes? Was die, welche etwas gesehen haben, nicht wissen, das wissen und erklären die, welche es nicht gesehen haben.