10.
[Forts. v. S. 316 ] Diese Taube (═ der Hl. Geist) wurde nach einigen Erklärern zum Teil vorgebildet durch die Taube Noës. Gleichwie nämlich zur Zeit des Noë, da Holz und Wasser Rettung brachten und eine neue Generation ihren Anfang nahm, die Taube mit einem Ölbaumblatt gegen Abend zu Noë zurückkehrte1, so stieg, wie man sagt, der Hl. Geist auf den wahren Noë, welcher der Schöpfer der zweiten Generation wurde, welcher die verschiedenen Völker — vorbildlich dargestellt durch die verschiedenen Tierarten in der Arche — in Eintracht verbindet, welcher durch sein Erscheinen die geistigen Wölfe und Schafe auf* eine Weide führte2, welcher auf der Weide seiner Kirche Kalb, Stier und Löwe vereint; denn noch heute sehen wir, daß weltliche Fürsten von den Dienern der Kirche sich leiten und belehren lassen. Nach manchen Exegeten stieg also die geistige Taube zur Zeit der Taufe herab, um zu lehren, daß (Jesus ein Noë ist und daß) er die Gläubigen durch das Holz des Kreuzes rettet und am Abend durch seinen Tod das Heil bereitet3
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Gen. 8, 9 ff. ↩
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Is. 11, 6; 65, 25. ↩
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Vgl. Justinus, Dialog 138, 2: „Christus ist . . . . der Anfang eines zweiten Geschlechtes geworden. Dieses nun hat er wiedergeboren durch Wasser, Glaube und Holz, das Geheimnis des Kreuzes, gleichwie Noë mit den Seinigen gerettet wurde, da er im Holze (der Arche) auf den Wassern schwamm.“ ↩