12.
Die Teilnahme an diesem Hl. Geist verlieh Jesus den Aposteln. Denn es ist geschrieben: „Nach diesen Worten hauchte er sie an und sagt zu ihnen: Empfanget den Hl. Geist! Welchen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten“1. Dies ist die zweite Anhauchung; denn die erste2 war durch die freiwillig begangenen Sünden verdunkelt worden. Es sollte erfüllt werden das Wort der Schrift: „Er stieg herauf und hauchte in dein Angesicht und befreite dich aus der Trübsal“3. Wenn es heißt „Er stieg herauf“, woher ist er gekommen? Aus der Unterwelt. Denn erst nach der Auferstehung hat er sie, wie das Evangelium berichtet, angehaucht. Doch die Gnade, welche er da gibt, verleiht er noch weit reichlicher; denn er sagt zu den Aposteln; „Ich bin bereit, schon jetzt zu geben, aber das Gefäß faßt noch nicht. Einstweilen empfanget soviel Gnade, als ihr fassen könnt, wartet aber auf noch größere Gnade. ‚Bleibet in der Stadt Jerusalem, bis ihr S. 319 mit Kraft von oben umkleidet werdet!‘ Empfanget jetzt (die Gnade) zum Teil! Dereinst werdet ihr vollständig damit angetan werden.“ Es ist oftmals so, daß, wer empfängt, nur einen Teil erhält von dem, was gegeben wird; derjenige dagegen, welcher mit einem Kleide angetan ist, ist vollständig umkleidet. Fürchtet nicht — will gesagt sein — die Waffen und Geschosse des Teufels; denn ihr werdet tragen die Kraft des Hl. Geistes!
Vergesset nicht, daß ich vor kurzem die Lehre gab4: nicht der Geist, sondern die durch ihn gewirkte Gnade ist teilbar!