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Damit man aber wohl wußte, wie groß die Gnade war, die herabstieg, erscholl gewissermaßen eine Himmelsposaune. „Es entstand nämlich plötzlich vom Himmel her ein Brausen gleich einem gewaltigen daherfahrenden Winde“1. Dieser zeigte die Ankunft dessen an, welcher den Menschen die Gnade gibt, das Reich Gottes mit Gewalt an sich zu reißen. Die Augen sollten die feurigen Zungen sehen, die Ohren sollten das Brausen hören.
„Und es erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.“2 Das Haus wurde ein Behältnis des geistigen Wassers. Die Jünger saßen in dem Hause, welches ganz erfüllt wurde. Sie wurden also vollständig eingetaucht3, wurden der Verheißung gemäß4 an Seele und Leib mit dem göttlichen, heilsamen Kleide „angetan“.
„Und es erschienen ihnen geteilte Zungen von Feuer, und es ließ sich auf jeden einzelnen von ihnen nieder, und alle wurden vom Hl. Geist erfüllt.“5 Feuer empfingen sie, nicht aber ein verbrennendes Feuer, sondern ein heilsames Feuer, welches die Dornen der Sünden verzehrt, die Seele aber erleuchtet. Dieses Feuer wird jetzt auch über euch kommen und eure dornigen S. 321 Sünden wegnehmen und vernichten, es wird den kostbaren Schatz eurer Seele erst recht glänzen lassen und euch Gnade geben; es hat dieselbe ja seinerzeit auch den Aposteln gegeben. In Gestalt feuriger Zungen ließ sich die Gnade auf die Apostel nieder, um ihr Haupt durch die feurigen Zungen mit ganz neuen, geistigen Diademen zu krönen. Dereinst hatte ein feuriges Schwert den Eingang zum Paradiese versperrt, eine feurige, wohltätige Zunge brachte das Heil wieder.