9.
Da das Beispiel des Phönix weit hergeholt und seltsam ist, und man (seinetwegen) noch nicht glaubt, so sollst du aus den täglichen Erfahrungen Beweise haben. Wo waren wir alle, die wir reden und zuhören, vor hundert oder zweihundert Jahren? Wir kennen doch die Grundlage unseres körperlichen Daseins. Du weißt doch, daß wir aus einer schwachen, gestaltlosen, einfachen Substanz erzeugt werden. Aus der einfachen und schwachen Substanz entwickelt sich der lebende Mensch. Die schwache Substanz wird zu Fleisch und entwickelt sich zu kräftigen Nerven, zu Augen, die leuchten, zur Nase, die riecht, zu Ohren, die hören, zur Zunge, die redet, zum Herzen, das schlägt, zu den Händen, die arbeiten, zu den Füßen, die gehen, zu Gliedern jeder Art. Jene schwache Substanz wird zu Marineingenieuren, zu Baumeistern, zu Architekten, zu Männern jeglichen Berufes, zu Soldaten, zu Herrschern, zu Gesetzgebern, zu Königen. Soll nun Gott, der uns aus unscheinbarer Substanz gebildet hat, uns nach unserem Verfall nicht wieder erwecken können? Soll der, welcher die winzig kleine Substanz zum Körper gestaltet, den Körper nach seinem Zerfalle nicht wieder erwecken können? Soll der, welcher aus dem Nichts erschaffen S. 343 hat, das, was ins Dasein gerufen ist, nach seinem Verfalle nicht wieder erwecken können?