13.
[Forts. v. S. 127 ] Doch nicht nur Holz und Stein, sogar auch den Satan, den Seelenverderber, haben sich schon einige zum Vater erwählt. Gegen sie richtete der Herr den Vorwurf: „Ihr tut die Werke eures Vaters“1, des Teufels, welcher nicht der Natur nach, sondern infolge Verführung Vater der Menschen ist. Gleichwie Paulus wegen des religiösen Unterrichtes Vater der Korinther genannt wurde, so wird der Teufel Vater derer genannt, welche freiwillig mit ihm laufen. Nicht werden wir jene dulden, welche das Wort: „Daraus erkennen wir die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels“2 falsch in der Weise auffassen, als ob manche Menschen naturnotwendig selig würden, manche naturnotwendig zugrunde gingen. Nicht Zwang, sondern freier Wille läßt uns zu solch heiliger Kindschaft kommen. Nicht von Natur aus war der Verräter Judas ein Sohn des Teufels und des Verderbens. Sonst hätte er keinesfalls anfangs im Namen Christi Teufel ausgetrieben; denn der Teufel treibt nicht den Teufel aus. Nicht wäre Paulus aus einem Verfolger ein Prediger geworden. Die Kindschaft beruht auf freiem Willen, wie Johannes sagt: „Allen, die ihn aufnahmen, gab er die Kraft, Kinder Gottes zu werden, sofern sie an seinen Namen glaubten“3. Nicht nämlich vor dem Glauben, sondern auf Grund des freien Willens, infolge des Glaubens, wurden sie gewürdigt, Kinder Gottes zu werden.