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Werke Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
VIII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über das Wort „Allmächtiger“

3.

[Forts. v. S. 131 ] Die Häretiker anerkennen, wie schon früher gesagt worden ist, nicht einen allmächtigen Gott. Allmächtig aber ist nur der, welcher alles beherrscht, über alles Gewalt hat. Die Häretiker aber bezeichnen den einen als Herrn der Seele, einen andern als Herrn des Körpers; da dem einen dieses, dem andern jenes fehle, leugnen sie die Vollkommenheit des einen wie des andern. Ist denn der, welcher Macht über die Seele, nicht aber über den Körper hat, noch allmächtig? Ist denn der, welcher über die Körper herrscht, nicht aber Gewalt über die Geister hat, noch allmächtig? Doch der Herr hält ihnen vorwurfsvoll entgegen: „Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib in der Hölle zu vernichten vermag!“1 Wie kann der Vater unseres Herrn Jesus Christus, wenn er nicht die Macht über beides hat, beides der Strafe unterwerfen? Wie kann er den Leib, wenn er nicht Gewalt über ihn hat, nehmen und in die Hölle werfen? Er mußte ja „zuerst den Gewaltigen fesseln und ihn seiner Waffen berauben“2.


  1. Matth. 10, 28. ↩

  2. Ebd. [Matth.] 12, 29. ↩

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