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Werke Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XIII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „gekreuzigt und begraben".

11.

Es ist noch Klarheit in die scheinbaren Widersprüche zu bringen. Diejenigen, welche die Propheten verwerfen, betonen, während der Prophet sage, „und ich warf sie in das Haus des Herrn für den Schmelzofen“, erkläre das Evangelium: „und sie gaben dieselben hin zum Acker des Töpfers“1. Höre nun, wie es möglich ist, daß beide die Wahrheit sagen!

Als die sogenannten frommen Juden, die damaligen Hohenpriester, sahen, daß Judas aus Reue zu ihnen sagte: „Ich habe gesündigt, da ich unschuldiges Blut überantwortet habe“, entgegneten sie: „Was geht das uns an? Da sieh du zu!“2 Wirklich, soll es euch, die ihr ihn kreuziget, nichts angehen? Er, der den Lohn des Mörders erhalten, aber wieder zurückgegeben hat, soll zusehen, ihr aber, die Mörder, sollt nicht zusehen müssen? Sodann sagten sie zueinander: „Nicht ist es erlaubt, die Summe in den Tempelschatz zu legen, da sie Preis für Blut ist“3. Aus eurem eigenen Munde spricht eure Verurteilung. Ist der Lohn beschmutzt, dann ist auch eure Tat beschmutzt. Hast du aber durch die Kreuzigung Christi eine gerechte Tat vollbracht, warum nimmst du den Lohn nicht an? S. 213 Doch die Frage, welche wir untersuchen wollen, ist: Inwiefern ist kein Widerspruch zwischen „Acker des Töpfers“, dem Worte des Evangeliums, und „Schmelzofen“, dem Prophetenworte? Es haben doch nicht nur die Goldarbeiter einen Schmelzofen, auch nicht nur die Erzarbeiter, auch die Töpfer haben Schmelzöfen für ihren Töpferton. Sie sondern nämlich die feinen, fetten, brauchbaren Bestandteile der Erde von den kiesartigen ab, scheiden alle schlechte Materie aus und schmelzen Wasser und Ton so zusammen, daß dieser ohne weiteres zu Geschirren verarbeitet werden kann. Was wunderst du dich also, wenn das Evangelium ausdrücklich von dem Acker des Töpfers spricht, der Prophet dagegen seine Prophezeiung unbestimmter ausdrückte? Denn vielfach ist die Prophetie unbestimmt.


  1. Ebd. [Matth.] 27, 10. ↩

  2. Ebd. [Matth.] 27, 4. ↩

  3. Ebd. [Matth.] 27, 6. ↩

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