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Werke Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XVI. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „und an einen Hl. Geist, den Tröster, welcher durch die Propheten gesprochen hat."

12.

Warum hat Christus die Gnade des Geistes Wasser genannt? Alles besteht nämlich aus Wasser, das Wasser bringt Pflanzen und Tiere hervor, das Wasser kommt im Regen vom Himmel herab. In einer einzigen Form kommt es zwar herab, auf verschiedene Art aber wirkt es. Ein und dieselbe Quelle ist es zwar, welche den ganzen Garten bewässert, und ein und derselbe Regen ist es, welcher auf die ganze Welt herabkommt. Aber weiß wird er in der Lilie, rot in der Rose, dunkelgelb in den Levkoien und Hyazinthen; in bunter Verschiedenheit zeigt er sich in den verschiedenartigen Dingen. Anders ist er in der Palme, anders im Weinstock. In allem ist er alles, obwohl er nur von einer Art und in sich selbst nicht verschieden ist. Nicht ändert sich der Regen und kommt bald so, bald anders hernieder, sondern er richtet sich nach der Beschaffenheit der Dinge, die ihn aufnehmen, und wird für das einzelne Ding das, was ihm entspricht.

So ist auch der Hl. Geist zwar nur einer und von einer Art und ungeteilt, aber er weist jedem die Gnade zu, wie er will. Wie das Holz, welches trocken war, sobald es Wasser in sich aufnimmt, Zweige hervorbringt, so bringt die Seele, welche in Sünden gelebt hatte, sobald sie durch Buße des Hl. Geistes gewürdigt ist, Trauben der Gerechtigkeit hervor. Obwohl der Hl. Geist von einer Art ist, wirkt er doch nach dem S. 294 Willen Gottes im Namen Christi vielerlei Tugenden. Bei dem einen bedient er sich der Zunge zur Weisheit, bei einem anderen erleuchtet er die Seele durch Prophetie, einem anderen gibt er die Macht der Teufelaustreibung, einem anderen verleiht er die Gabe, die göttlichen Schriften auszulegen. Den einen stärkt er in der Enthaltsamkeit, einen anderen lehrt er Barmherzigkeit, einen anderen Fasten und Abtötung, einen anderen Verachtung irdischer Wünsche, wieder einen anderen macht er zum Märtyrer. In dem einen wirkt er so, in dem anderen anders, obwohl er sich selbst gleich bleibt. Es steht nämlich geschrieben: „Jedem wird die Offenbarung des Geistes gegeben zu seinem Nutzen. Dem einen wird durch den Geist die Rede der Weisheit verliehen, dem anderen die Rede der Erkenntnis nach demselben Geiste, einem anderen Glauben in demselben Geiste, wieder einem anderen die Gaben der Heilung in demselben Geiste, einem anderen die Kraft, Wunder zu wirken, einem anderen Prophetengabe, einem anderen Unterscheidung der Geister, einem anderen mancherlei Sprachen, einem anderen Deutung der Sprachen. All das wirkt aber ein und derselbe Geist; er teilt einem jeden einzelnen zu, wie er will“1.


  1. 1 Kor. 12, 7―11. ↩

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