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Werke Cyrill von Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XVII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über den HI. Geist. (Fortsetzung.)

19.

Petrus, der den Hl. Geist hatte und sich desselben bewußt war, erwidert: „,Israeliten‘1 — die ihr den (Propheten) Joel verkündet, aber nicht wisset, was er geschrieben hat — ,nicht sind diese Männer, wie ihr meint, betrunken‘“2. Betrunken sind sie allerdings, S. 323 aber nicht so, wie ihr meint. Geschrieben ist nämlich: „Sie werden trunken werden von dem Überfluß deines Hauses, und du wirst sie tränken aus den Strömen deiner Wonne“3. Trunken sind sie in nüchterner Trunkenheit, welche die Sünde tötet, den Geist belebt, in einer Trunkenheit, welche das Gegenteil ist von körperlicher Trunkenheit. Diese läßt vergessen, was man gewußt hat, jene dagegen gibt Kenntnis dessen, was man nicht gewußt hat. Trunken sind sie, da sie den Wein des geistigen Weinstockes getrunken haben, der da sagt: „Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben“4. Wenn ihr aber mir nicht glauben wollt, so möge euch die Zeit das lehren, was ich gesagt habe

„Denn es ist (erst) die dritte Stunde des Tages.“5 Der, welcher — wie Markus sagt6 — um die dritte Stunde gekreuzigt worden war, hat jetzt, zur dritten Stunde, die Gnade geschickt. Man darf nicht unterscheiden zwischen der Gnade hier und der Gnade dort; vielmehr hat der, welcher seinerzeit gekreuzigt worden war und die Verheißung gegeben hatte, die Verheißung erfüllt. Wollt ihr Beweise dafür haben, dann höret!

„Wahrlich“ — fährt Petrus fort — „dies ist durch den Propheten Joel verkündet worden: ,Alsdann, so sagt Gott, werde ich von meinem Geiste ausgießen'.“7 Mit dem Worte „Ich werde ausgießen“ hat er auf ein reichliches Geben hingewiesen. „Denn nicht in beschränktem Maße gibt Gott den Geist. Der Vater liebt den Sohn, und er hat alles in seine Hand gegeben.“8 Er hat ihm auch die Macht gegeben, die Gnade des allheiligen Geistes nach seinem eigenen Willen zu verleihen.

„Ich werde von meinem Geiste über alles Fleisch ausgießen, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen“9, und hierauf: „Auch über meine Knechte S. 324 und meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geiste ausgießen, und sie werden weissagen“10. Der Hl. Geist fragt nicht nach der Person; nicht frägt er nach hohen Würden, sondern nach frommen Seelen. Die Reichen sollen nicht hochmütig, die Armen nicht kleinmütig werden! Jeder möge nur nach dem Empfang der himmlischen Gnade verlangen!


  1. Apg. 2, 14. ↩

  2. Ebd. [Apg.] 2, 15. ↩

  3. Ps. 35, 9 [hebr. Ps. 36, 9]. ↩

  4. Joh. 15, 5. ↩

  5. Apg. 2, 15. ↩

  6. [Mark.] 15, 25. ↩

  7. Apg. 2, 16. 17; vgl. Joel 2, 28. ↩

  8. Joh. 3, 34. 35. ↩

  9. Apg. 2, 17; Joel 2, 28. ↩

  10. Apg. 2, 18; Joel 2, 29. ↩

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Katechesen an die Täuflinge (BKV)
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