3.
[Forts. v. S. 85 ] Nicht nur bei uns, die wir den Namen Christi führen, steht der Glaube in großem Ansehen, sondern auch das ganze soziale Leben, auch das Leben derer, die außerhalb der Kirche stehen, vollzieht sich im Glauben. Die gesetzliche Trauung von Personen, die sich fremd gewesen sind, erfolgt auf Grund des Glaubens. Ein Fremder hat Anteil an fremdem Leib und Eigentum auf Grund des Glaubens, der im Ehevertrag ausgesprochen ist. Der Ackerbau beruht auf dem Glauben; denn wer nicht an eine Ernte glaubt, unterzieht sich keinen Mühen. Im Glauben begibt man sich auf das Meer, vertraut sich kleinstem Holze an und vertauscht das festeste Element, die Erde, mit den ungestüm wogenden Fluten; ungewisser Hoffnung gibt man sich hin, geführt vom Glauben, der sicherer ist als jeder Anker. Auf dem Glauben beruhen also die meisten menschlichen Unternehmungen, und nicht nur bei uns herrscht dieser Glaube, sondern, wie gesagt, auch bei jenen, welche uns ferne stehen. Denn wenn sie auch die Schrift nicht annehmen, sondern eigene Lehren vortragen, so nehmen sie doch auch ihre Lehren deshalb an, weil sie daran glauben.