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S. 115 Mit den erwähnten und noch mehreren anderen Gründen wurde der Drache geschlagen; mit solchen Waffen wurde Mani von Archelaos niedergeworfen. Er, der seinerzeit aus dem Gefängnis geflohen war, begibt sich von neuem auf die Flucht. Er macht sich vor seinem Gegner aus dem Staub und kommt in ein gar armseliges Dorf. Der Schlange glich er, welche im Paradies den Adam verließ und dann sich an die Eva wandte. Aber der gute Hirte Archelaos, der für seine Schafe auf der Hut war, machte sich, als er von der Flucht erfuhr, sofort eilends auf die Suche nach dem Wolf. Kaum hatte Mani seinen Gegner zu Gesicht bekommen, wandte er sich und floh. Es war seine letzte Flucht. Die Soldaten des Perserkönigs, die überall nach ihm suchten, ergriffen ihn auf der Flucht. Die Strafe, welche er (b0ereits) vor Archelaos verdient hätte, haben die Soldaten des Königs an ihm vollzogen. Mani, den seine Jünger verehren, wird gefangen vor den König geführt. Der König machte ihm Lüge und Flucht zum Vorwurf, spottete über seinen Sklavenstand, nahm Rache wegen des Todes seines Sohnes, verurteilte ihn auch wegen des Todes der Gefängniswärter und ließ ihm nach persischem Gesetze die Haut abziehen. Der übrige Körper wurde wilden Tieren zum Fraße vorgeworfen. Seine Haut aber, das Behältnis seiner miserablen Gesinnung, wurde wie ein Schlauch vor den Toren aufgehängt. Er, der sich Paraklet nannte und sich die Kenntnis der Zukunft zuschrieb, wußte seine eigene Flucht und Gefangennahme nicht.