7.
[Forts. v. S. 124 ] Damit man aber nicht deshalb, weil Christus sagte: „Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater“1 einfältig und arglistig behaupte, Christus sei den gerechten Menschen gleich zu achten, so ist es gut, im vornherein festzustellen, daß das eine Wort „Vater“ vielerlei Bedeutung hat. Mit Rücksicht darauf hat Christus vorsichtig erklärt: „Ich gehe zu meinem Vater und zu eurem Vater.“ Nicht sagte er: „Ich gehe zu meinem und eurem Vater“, sondern er unterschied. Zuerst sagte er mit Bezug auf sich selbst „zu meinem Vater“, und da steht Vater im natürlichen Sinne. Dann fügte er bei „und zu eurem Vater“, und da steht Vater infolge Adoption2. Wenn wir vor allem auch beim Gebete sagen dürfen: „Vater unser, der du bist in den Himmeln“3, so verdanken wir dies einem Gnadengeschenk der Liebe. Nicht deshalb, weil wir auf natürliche Weise vom himmlischen Vater erzeugt worden sind, nennen wir ihn Vater; sondern deshalb, weil wir durch seine väterliche Gnade unter Vermittlung seines Sohnes und des Hl. Geistes aus der Knechtschaft in die Sohnschaft erhoben worden sind, dürfen wir dank seiner unaussprechlichen Liebe so sprechen.