3.
S. 162 Unser Herr Jesus Christus ist seinerzeit Mensch geworden, doch die Menge hat ihn nicht erkannt. Als er nun über das, was man nicht erkannt hatte, belehren wollte, rief er die Jünger zusammen und fragte: „Für wen hält man mich, den Menschensohn?“1 Nicht aus Ehrsucht fragte er, sondern in der Absicht, die Wahrheit zu lehren; die Landsleute des eingeborenen Sohnes Gottes sollten ihn nicht als einen gewöhnlichen Menschen ansehen. Als die Jünger antworteten: „Die einen für Elias, die anderen für Jeremias“2, sagte er zu ihnen: „Man muß es ihnen verzeihen, da sie es nicht anders wissen; aber ihr Apostel, die ihr in meinem Namen Aussätzige rein macht, Teufel austreibt, Tote erweckt, müßt jenen kennen, durch welchen ihr die Wunder wirkt.“ Da schwiegen alle; denn die Lehre überstieg die menschliche Fassungskraft. Nur Petrus, der Apostelfürst und oberste Lehrer der Kirche, ergreift das Wort, nicht aber aus Schlauheit, nicht aus menschlicher Berechnung, sondern weil der Vater ihn erleuchtete, und sagt: „Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“3; nicht aber sagt er einfach: „Du bist Christus“. Auf dieses wahrhaft übermenschliche Geständnis hin wird Petrus selig gepriesen und wird zur Bekräftigung erklärt, daß der Vater das Wort geoffenbart habe. Der Heiland sagt nämlich: „Selig bist du, Simon, Sohn des Jonas; denn nicht Fleisch und Blut haben es dir geoffenbart, sondern mein Vater, der im Himmel ist“4, wer unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, erkennt, wird selig gepriesen; wer dagegen den Sohn Gottes verleugnet, ist unglücklich und elend.