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Works Cyril of Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über das Wort: „der Fleisch angenommen hat und Mensch geworden ist."

5.

Zuerst wollen wir die Frage untersuchen: Weshalb ist Jesus auf die Erde herabgestiegen? Achte nicht auf Gründe, welche mein eigener Verstand ersinnt! Denn dadurch könntest du unter Umständen betrogen werden. Wenn du nicht Punkt für Punkt ein Prophetenzeugnis erhältst, dann glaube nicht den Worten! Wenn die göttlichen Schriften dich nicht über die Jungfrau, den Ort, die Zeit, die Art (der Geburt Jesu) belehren, dann nimm ein menschliches Zeugnis nicht an! Gegen einen anwesenden Lehrer mag man argwöhnisch sein, wer aber sollte, wenn er noch Verstand hat, es sein gegen einen Propheten, der vor tausend und mehr Jahren gesprochen hat?

S. 181 Willst du nun nach dem Grunde für die Menschwerdung Christi forschen, dann greife zurück zum ersten Buch der Schrift! In sechs Tagen hat Gott die Welt erschaffen, die Welt aber ist geworden des Menschen wegen. Die Sonne, leuchtend in glänzendsten Strahlen, wurde erschaffen, um uns zu scheinen. Alle Tiere wurden ins Leben gerufen, um uns zu dienen. Pflanzen und Bäume wurden erschaffen zu unserem Nutzen. Herrlich sind alle Geschöpfe, doch keines von ihnen ist ein Ebenbild Gottes, der Mensch allein ausgenommen. Die Sonne wurde durch das bloße Wort, der Mensch aber wurde gebildet von den Händen Gottes: „Lasset uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis!“1 Man ehrt das hölzerne Bild eines irdischen Königs; um wieviel mehr verdient das geistige Abbild Gottes Ehre? Doch des Teufels Neid hat dieses größte Geschöpf, da es im Paradiese lustwandelte, aus demselben vertrieben. Der Feind freute sich über den Fall dessen, den er beneidet hatte. Hättest du nun dem Feinde dauernd Freude gewünscht? Da der Teufel es nicht gewagt hatte, an den Mann heranzutreten wegen seiner Stärke, so machte er sich an das schwächere Weib, das noch eine Jungfrau war; denn erst nach der Vertreibung aus dem Paradiese erkannte Adam Eva, sein Weib.


  1. Gen. 1, 26. ↩

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Katechesen an die Täuflinge (BKV)
Commentaries for this Work
Einleitung zu den Kathechesen

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