• Home
  • Works
  • Introduction Guide Collaboration Sponsors / Collaborators Copyrights Contact Imprint
Bibliothek der Kirchenväter
Search
DE EN FR
Works Cyril of Jerusalem (313-387) Procatechesis et Catecheses ad illuminandos Katechesen an die Täuflinge (BKV)
XIII. KATECHESE AN DIE TÄUFLINGE, frei vorgetragen in Jerusalem.
Über die Worte: „gekreuzigt und begraben".

6.

Soll ich dich davon überzeugen, daß Jesus freiwillig in sein Leiden gegangen ist? Die übrigen Menschen, welche unfreiwillig sterben, wissen ihren Tod nicht voraus. Jesus aber hat sein Leiden vorausgesagt mit den Worten: „Siehe, des Menschen Sohn wird ausgeliefert zur Kreuzigung“1. Weißt du, warum der Freund der Menschen vor dem Tode nicht geflohen ist? Es sollte die Welt durch ihre Sünden nicht vollständig zugrunde gehen. „Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und des Menschen Sohn wird ausgeliefert und gekreuzigt werden“2. Und an anderer Stelle heißt es: „Er richtete sein Angesicht, um nach Jerusalem zu gehen“3. Willst du es genau wissen, ob für Jesus das Kreuz eine Ehre ist? Höre auf seine eigenen, nicht auf meine Worte! Judas wurde undankbar gegen seinen Hausvater und verriet ihn. Kaum hatte er den Tisch verlassen und den Kelch des Heiles getrunken, entschloß er sich, für den Trank des Heiles gerechtes Blut zu vergießen. „Gegen den, dessen Brot er gegessen hatte, erhob er die Ferse“4. Kaum hatten seine Hände das Abendmahl erhalten, da bereitete er ihm schon um des Verräterlohnes willen den Tod. Als er zurechtgewiesen wurde und das Wort hörte: „Du hast es gesagt“5, verließ er den Saal. Da nun sprach Jesus: „Es ist die Stunde gekommen, daß des Menschen Sohn verherrlicht werde“6. Wie du siehst, erkannte er im Kreuze seine Herrlichkeit. Wenn Isaias keine Schande darin sah, daß er zersägt wurde, hätte sich dann Christus schämen sollen, für die Welt zu sterben? „Jetzt ist des Menschen Sohn verherrlicht“7. Nicht als ob er zuvor nicht auch schon die Herrlichkeit gehabt hätte. War er doch S. 208 verherrlicht durch die Herrlichkeit, welche er vor Gründung der Welt hatte8. Als Gott hatte er immer die Herrlichkeit; in der Zeit aber wurde er verherrlicht, da er die Krone des geduldigen Leidens trug. Nicht gezwungen hat er sein Leben hingegeben, und nicht unter Vergewaltigung ist er hingeschlachtet worden, sondern freiwillig. Höre, was er spricht: „Ich habe die Macht, mein Leben hinzugeben, und ich habe die Macht, es wieder zu nehmen9; weil ich will, überlasse ich mich meinen Feinden, würde ich es aber nicht wollen, so würde mir nichts geschehen.“ Freiwillig ging er also in sein Leiden, er freute sich über dieses gute Werk, frohlockte über die Krone (des Leidens), hatte sein Wohlgefallen an der Erlösung der Menschen, schämte sich nicht des Kreuzes. Denn dadurch erlöste er ja die ganze Menschheit. Der Leidende war nämlich kein niedriger Mensch, sondern der menschgewordene, den Kampf geduldigen Leidens kämpfende Gott.


  1. Ebd. [Matth.] 26, 2. ↩

  2. Ebd. [Matth.] 20, 18. ↩

  3. Luk. 9, 51. ↩

  4. Ps. 40, 10 [hebr. Ps. 41, 10]. ↩

  5. Matth. 26, 25. ↩

  6. Joh. 12, 23. ↩

  7. Ebd. [Joh.] 13, 31. ↩

  8. Vgl. Joh. 17, 5. 24. ↩

  9. Ebd. [Joh.] 10, 18. ↩

pattern
  Print   Report an error
  • Show the text
  • Bibliographic Reference
  • Scans for this version
Download
  • docxDOCX (305.76 kB)
  • epubEPUB (289.61 kB)
  • pdfPDF (1.04 MB)
  • rtfRTF (937.49 kB)
Translations of this Work
Katechesen an die Täuflinge (BKV)
Commentaries for this Work
Einleitung zu den Kathechesen

Contents

Faculty of Theology, Patristics and History of the Early Church
Miséricorde, Av. Europe 20, CH 1700 Fribourg

© 2026 Gregor Emmenegger
Imprint
Privacy policy