7.
Doch es erheben Widerspruch die Juden, welche stets zum Widerspruch bereit, im Glauben dagegen saumselig sind, weshalb nun die verlesene Prophetenstelle sagt: „Herr, wer glaubte unserer Predigt?“1 Perser glauben, und Hebräer glauben nicht. „Sehen werden die, welchen nicht von ihm verkündet worden war, und erkennen werden die, welche nicht gehört haben“2; und die, welche darüber nachdachten, werden das, worüber sie nachdenken, verwerfen.
Die Juden machen gegen uns die Einwendung: „Der Herr leidet also? Waren denn Menschenhände mächtiger als seine Herrschermacht?“ Leset die Klagelieder! In den Klageliedern hat Jeremias, über euch klagend, Klagenswertes niedergeschrieben. Er sah euren Untergang, er schaute euren Fall. Er klagte über das damalige Jerusalem; denn das jetzige wird nicht beklagt werden. Jenes hat Christus gekreuzigt, das jetzige aber betet ihn S. 209 an. Klagend sagt Jeremias: „Der Geist unseres Angesichtes, Christus der Herr, wurde gefangen wegen unseres Verderbens“3. Rede ich also etwa, was ich selbst ersonnen habe? Siehe, Jeremias bezeugt es, daß Christus, der Herr, von Menschen gefangen werde. Was wird daraus folgen? Sage es mir, o Prophet! Er antwortet: „In seinem Schatten — sagten wir — werden wir leben unter den Heiden“4. Damit deutet er an, die Gnade des Lebens wohne nicht mehr in Israel, sondern unter den Heiden.